Kommunikationsforscher kritisiert Regierung im Kampf gegen Corona-Leugner

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Er habe „in einen Abgrund geschaut“: Der Passauer Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Ralf Hohlfeld hat zusammen mit Studenten Kanäle einschlägiger Corona-Leugner wie Attila Hildmann, Eva Herrmann, Michael Wendler und Rüdiger Dahlke untersucht und nach antisemitischen und gewaltverherrlichenden Posts ausgewertet. Im Vergleich zum zwischenzeitlich durch das Netzwerk-Durchsetzungsgesetz regulierten Sozialen Netzwerk Facebook sei die Kommunikation im Instant-Messenger deutlich roher. „Das für mich Erschütterndste ist für mich der starke Fokus auf den Antisemitismus. Am Ende ist immer die „jüdische Weltverschwörung“ Schuld und natürlich die Menschen, die mit dieser vermeintlichen Verschwörung in Verbindung gebracht werden“, sagte Hohlfeld im Interview mit der Mittelbayerischen Zeitung (Regensburg)

In den Telegram-Channels haben die Forscher der Universität Passau aber auch offene Morddrohungen gegen Politiker, Wissenschaftler und Journalisten gefunden. Auch Aufrufe zum Staatsstreich und zum Sturm des Bundestages stellten die Forscher bei Telegram fest. Hohlfeld: „Viele dieser Aussagen sind sicherlich auch justitiabel. Man kann sich eigentlich nur wundern, dass es über so einen langen Zeitraum – wir haben uns ein halbes Jahr der Pandemie angesehen – möglich war, dass sich so ein Parallel-Universum bilden konnte.“ Der Forscher verband das mit einer Kritik an den Behörden und der Bundesregierung, erst jetzt auf Telegram aufmerksam geworden zu sein. Die Debatte darüber, Instant Messenger wie Telegram ebenfalls wie Facebook zu regulieren, käme spät: “ Ich will keine Parallelen zur Impfstoff-Beschaffung ziehen, aber man hätte jedenfalls deutlich länger Zeit gehabt, sich um dieses Thema zu kümmern. Es ist nicht erst ein paar Tage her, dass Hildmann abgetaucht ist und Ermittlungen gegen ihn laufen. Das war Ende vergangenen Jahres.“ Allerdings könne das auch zu einem Katz-und-Maus-Spiel werden: „an muss aber kein Raketenwissenschaftler sein, um zu wissen, dass sich diese Leute andere Plattformen suchen werden.“

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