Land NRW darf stationäre Pflege nicht vergessen / bpa fordert schnelle Erleichterungen bei Neubau und Umbau von Pflegeeinrichtungen

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30. Januar 2013

„Wenn die Pflegebedürftigen der nächsten Jahre angemessen versorgt
werden sollen, dann muss die Landesregierung Umbaumaßnahmen wie
Neubauten schnell wieder attraktiv machen.“ Mit diesen Worten hat der
Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer
Dienste e.V. (bpa) in NRW, Christof Beckmann, die Verbesserung von
Abschreibungsmöglichkeiten bei Pflegeeinrichtungen gefordert. „Bis
2018 verschwinden etwa 20.000 Pflegeheimplätze, weil die vorhandenen
Bewohnerzimmer vergrößert und die 80%-Einzelzimmerquote eingehalten
werden müssen“, sagte Beckmann beim Neujahrsempfang des
nordrhein-westfälischen bpa in Düsseldorf. „Diese Verbesserungen der
Wohnqualität begrüßen wir. Die hierfür notwendigen Investitionen
müssen aber wirtschaftlich machbar sein.“

Erst vor wenigen Jahren hatte die damals noch schwarz-gelbe
Landesregierung jedoch die Abschreibungsmöglichkeit von 4% auf nur
noch 2% für neue Pflegeeinrichtungen halbiert und stationäre
Neubauten damit wirtschaftlich unattraktiv gemacht sowie
Umbaumaßnahmen deutlich erschwert. Allein auf neue Wohnformen im
ambulanten Bereich zu setzen und zu glauben, damit könne man
innerhalb von wenigen Jahren die benötigten Pflegeplätze ersetzen,
hält der bpa für eine realitätsfremde Strategie: „Wir laufen Gefahr,
dass es dann wieder zu Wartelisten kommt und die guten Erfolge der
vergangenen zehn Jahre verloren gehen“, sagte bpa-Landeschef Beckmann
vor Staatssekretärin Marlis Bredehorst aus dem Ministerium für
Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA) des Landes
Nordrhein-Westfalen sowie den mehr als 180 Gästen in der bpa
Landesgeschäftsstelle.

Die vom Ministerium geplanten „kleinteiligen“ Pflegeangebote im
Quartier müssten in den nächsten Jahren erst einmal flächendeckend
geschaffen und entwickelt werden, erklärt Beckmann. „Für eine
quartiersnahe pflegerische Versorgung werden zusätzliche
Einrichtungen gebraucht, das wird bei einem Blick auf die
demographische Entwicklung klar.“ Die zügige Verbesserung der
Abschreibungsmöglichkeiten hält der bpa auch für einen wichtigen
Beitrag zum Erhalt der Wahlfreiheit für Seniorinnen und Senioren. Sie
sollen selbst entscheiden können, welche Versorgungsform für sie die
richtige sei.

bpa: Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.
V.(bpa) bildet mit 7.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen, davon über
1.000 in Nordrhein-Westfalen, die größte Interessenvertretung
privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland.
Einrichtungen der ambulanten und (teil-) stationären Pflege, der
Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater
Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen
die Verantwortung für rund 230.000 Arbeitsplätze und ca. 17.700
Ausbildungsplätze. Das investierte Kapital liegt bei etwa 18,2
Milliarden Euro.

Pressekontakt:
N. Grote, Leiter der Landesgeschäftsstelle, Tel. 0211 – 311 39 30

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