Leben im Abseits finanziert Hotelunterbringung für obdachlose Menschen

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Klirrende Kälte, zweistellige Minusgrade und seit Winterbeginn 13 Verstorbene auf Hamburgs Straßen lassen die Sozialbehörde „kalt“. Das Winternotprogramm sei ausreichend, sagt der Pressesprecher der Sozialbehörde. Eine Aussage, die bei bisher 13 verstorbenen Menschen an Zynismus kaum zu überbieten ist.
Obdachlose Menschen gehören aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes zur Risikogruppe und benötigen besonderen Schutz. Bereits kurz nach Beginn der Corona-Pandemie ist die rasche Verelendung der obdachlosen Menschen auf den Straßen sichtbar geworden. Mangelnde Versorgung, fehlende Hygienemöglichkeiten und Rückzugsmöglichkeiten führen zu desolaten Zuständen.
13 verstorbene Menschen auf Hamburgs Straßen sind eine erschreckende Zahl, die alle Akteure in der Wohnungslosenhilfe fassungslos macht. Sämtliche Vereine und Institutionen fordern von der Sozialbehörde Einzelunterkünfte in den leerstehenden Hotels zu buchen. Mahnwachen und Kundgebungen wurden initiiert, aber die Sozialbehörde bleibt bewegungslos.
„Für Menschen auf der Straße und ihren schlechten Gesundheitszustand sind Temperaturen unter 10 Grad teilweise lebensgefährlich. Nässe und Kälte setzten den Menschen immens zu und die Folgen der Kälteeinwirkungen wie Erfrierungen an Gliedmaßen sind derzeit noch gar nicht absehbar“, so Susanne Groth, Leben im Abseits e. V.
Die Stadt Hamburg verweist auf ein ausreichendes Winternotprogramm in Massenunterkünften. Wie die Sozialbehörde weiß, werden diese Unterkünfte nicht nur in Zeiten von Corona nicht gern genutzt. Angst vor Gewalt, Diebstahl und fehlende Privatsphäre sind Gründe, warum diese Unterkünfte abgelehnt werden. Trotzdem hält die Sozialbehörde an Massenunterkünften fest.
„Seitdem die Corona Pandemie das Leben der Menschen auf der Straße verschlimmert hat, konnten wir sieben Menschen in Einzelunterkünften unterbringen und diese auch bis auf heute finanzieren. Dank diverser Spenden und einer kürzlich erhaltenen Großspende vom FC St. Pauli konnten wir kurzfristig weitere Menschen in Einzelzimmern unterbringen. 13 Menschen finanziert unser Verein derzeit und weitere werden folgen. Durch eine breite Vernetzung mit erfahrenen Sozialarbeitern ist die soziale Betreuung aller Menschen in den Unterkünften gewährleistet. Wir freuen uns über jeden Menschen, der Sicherheit und Schutz erhält“, so Groth.
„Es ist sagenhaft, wie viel Solidarität und finanzielle Unterstützung wir erhalten. Ein Spender sagte zu mir, dass wir Akteure die eigentliche Arbeit der Sozialbehörde leisten und die Gesellschaft dieses finanziert. Ich konnte ihm nur Recht geben“, sagt Susanne Groth.

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