Merkel kompetenter – aber auch langweiliger / Deutschlandweite Umfrage zu den Images der Spitzenkandidaten – Schulz wird in der SPD kritischer gesehen als die Kanzlerin in CDU (FOTO)

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Was das Ansehen der beiden Spitzenkandidaten angeht, hat der
Wähler seine Entscheidung schon getroffen: Eine Befragung von 1000
Bürgern durch die Marktforschungsinstitute concept m und SSI ergab,
dass Kanzlerin Angela Merkel in allen Imagedimensionen besser
abschneidet als Herausforderer Martin Schulz. Gefragt wurde sowohl
nach politischen Eigenschaften wie Führungsstärke, Kompetenz und
Vertrauenswürdigkeit wie auch nach Werten wie Sympathie oder
Ausstrahlung.

Führungsstärke attestieren Merkel beispielsweise 61 Prozent, aber
nur 30 Prozent sehen diese bei Schulz – bei der Zuschreibung von
Kompetenz zeigt sich eine ähnlich deutliche Diskrepanz. Die Befragten
finden Merkel auch häufiger sympathischer und vertrauenswürdiger,
zudem aber auch etwas langweiliger. Beim Management der
Flüchtlingskrise schneiden beide Spitzenkandidaten hingegen
vergleichsweise schlecht ab: Weniger als ein Drittel der Befragten
findet, dass die Spitzenkandidaten in diesem Themenbereich ein
vernünftiges Politikangebot haben.

Bei den Anhängern der Parteien (erfasst über eine jeweilige
langfristige Parteibindung) werden die jeweiligen Kandidaten
naturgemäß positiver bewertet. Immerhin findet aber auch knapp die
Hälfte der SPD-Anhänger Merkel führungsstark. Merkel schneidet bei
ihren Anhängern in den erfassten Eigenschaftsdimensionen sehr gut ab
und erzielt bei den SPD-Anhängern zumindest Achtungserfolge.

Schulz schneidet hingegen in der Bewertung durch seine Anhänger
schlechter ab als Merkel unter Unionfans; der Rückhalt in der eigenen
Partei dringt jedenfalls nicht zu den befragten SPD-Anhängern durch.
Schulz begeistert nicht. Er wird zwar als etwas weniger langweilig
empfunden als Merkel, für einen Herausforderer aber, der auf
Konfrontation und Angriff setzen muss – zumal er ohne politisches Amt
ist – ist das zu wenig. Selbst das vorgebrachte Mantra der sozialen
Gerechtigkeit schlägt sich nicht in hohen Kompetenzzuschreibungen
nieder, auch in diesem Bereich führt Merkel ganz klar.

Wird diese Eigenschaftsbewertung von Merkel in Zusammenhang mit
der Persönlichkeitsstruktur der Befragten gebracht, so gibt es einige
interessante Einblicke in die Psyche der Deutschen. Dazu haben wurden
die fünf Hauptdimensionen der Persönlichkeit erhoben und
anschließend jene betrachtet, die in den fünf Dimensionen jeweils
überdurchschnittliche Werte haben.

Dabei zeigt sich, dass neurotische Personen Merkel etwas weniger
Führungsstärke zutrauen und sie auch weniger häufig kompetent und
authentisch finden. Man könnte annehmen – dass diese Leute, die eher
gereizt sind und zu genereller Unzufriedenheit und Melancholie neigen
– nun prinzipiell mit der Politik und dem Spitzenpersonal
unzufriedener sind. Allerdings zeigt sich dieses Muster nicht bei der
Bewertung von Schulz. Merkel gelingt es offenbar nicht, diese Gruppe
in dem Maße von sich zu überzeugen. Überraschend ist hingegen, dass
Merkel unter extrovertierten Personen als authentischer wahrgenommen
wird.

Bei Schulz lassen sich hingegen keine Ausschläge im Positiven wie
Negativen bei neurotischen Personen feststellen. Die gefühlige
Kampagne von Schulz zum Thema soziale Gerechtigkeit und die Rhetorik
des Verstehens der Probleme der hart arbeitenden Menschen kommt
zumindest bei den eher hilfsbereiten, warmherzigen Menschen etwas
besser an. Diese bewerten Schulz in den politischen und unpolitischen
Eigenschaften leicht besser. Insgesamt liegen diese Werte aber immer
noch deutlich unter dem Niveau von Merkel.

Spitzenkandidaten sind im mediatisierten Zeitalter für die
Wahlentscheidung eine sehr bedeutsame Bezugsgröße. Merkel schneidet
im direkten Vergleich zu Schulz deutlich besser ab, was wichtige
Eigenschaften von Kanzlerkandidaten angeht. Die amtierende Kanzlerin
scheint also ein Asset für die Union zu sein, während Herausforderer
Schulz für die SPD eher keine mobilisierende Aufbruchsstimmung
erzeugen kann.

concept m research + consulting GmbH

concept m gehört zu den profiliertesten Instituten für
anspruchsvolle Marktpsychologie und Beratung. Das Institut arbeitet
national und international in über 12 Industrien. concept m forscht
und berät mit der tiefenpsychologischen Methodik der Morphologie und
mit innovativen quantitativen Tools. Es wird von den Managing
Partnern Thomas Ebenfeld, Rochus Winkler und Dirk Ziems geleitet.
concept m ist Mitglied bei BVM und ESOMAR und darüber hinaus in
verschiedenen weiteren Organisationen engagiert. Web:
http://www.conceptm.eu/

SSI

SSI ist einer der weltweit führenden Anbieter von Datenerhebung
und Technologie für umfragebasierte Verbraucher- und
B2B-Marktforschung. SSI erreicht Befragungsteilnehmer in über 90
Ländern via Internet, Festnetztelefon, Mobil-/Wireless-Anschlüsse und
Mixed Access. Neben Online-Stichproben bietet SSI Fragebogenberatung,
Programmierung und Hosting, Datenaufbereitung sowie
Echtzeit-Reporting und CATI an. Die Mitarbeiter von SSI betreuen über
3.500 Unternehmen weltweit.

Web: https://www.surveysampling.com

Ansprechpartner und mehr Informationen bei:

Rochus Winkler
Managing Partner
Dr. Martin Schultze
Senior Projektleiter für quantitative Marktforschung
Fon +49 (0)221 923 590 10
Mail rochus.winkler@conceptm.eu
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