Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Louisa Knobloch zu Schüler sollen mehr fürs Leben lernen

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Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir
– das besagt schon ein lateinisches Sprichwort. Dass künftig mehr
Alltagskompetenzen im Unterricht vermittelt werden sollen, ist daher
eine gute Sache. Gerade was den Umgang mit Geld angeht, haben
offenbar viele Jugendliche Nachholbedarf: Die Zahl der jungen
Menschen, die ihre Schulden nicht mehr bezahlen können, ist in den
vergangenen Jahren stark angestiegen. Der Grund ist in vielen Fällen
leichtsinniges Konsumverhalten: Die Kosten für den Handyvertrag
werden unterschätzt, bargeldloses Online-Shopping verleitet zu
Bestellungen. Auch unbedachtes Posten von Fotos im Internet kann als
Urheberrechtsverletzung schnell teure Abmahnungen nach sich ziehen.
Angesichts voller Stundenpläne ist es sinnvoll, kein zusätzliches
Fach einzuführen, sondern bestehende Angebote in den einzelnen
Fächern auszubauen. Die Frage ist allerdings, wo bei der Vermittlung
von Alltagskompetenzen begonnen werden soll: Diskutiert wurden auch
scheinbar selbstverständliche Dinge wie Schnürsenkel binden, einen
Knopf annähen, den Hof kehren oder höflich grüßen. Dass junge
Menschen zum Teil bereits mit solchen einfachen Aufgaben überfordert
sind, ist erschreckend. Diese in der Schule zu vermitteln, hilft zwar
den Jugendlichen, ändert aber nichts an der Ursache: Erziehung ist in
erster Linie die Pflicht der Eltern.

Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 941 / 207 6023
nachrichten@mittelbayerische.de

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