Mitteldeutsche Zeitung: Libyen Ex-BND-Chef Wieck: Zusammenarbeit der Geheimdienste mit libyschem Diktator Gaddafi war normal

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Der frühere Präsident des Bundesnachrichtendienstes,
Hans-Georg Wieck, hat die jüngsten kritischen Berichte über die
Kooperation westlicher Geheimdienste mit dem Regime des libyschen
Diktators Muammar al-Gaddafi als normal zurückgewiesen. „Kooperation
auf dem Gebiet der Informationsgewinnung ist eine Normalität“, sagte
er der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“
(Dienstag-Ausgabe). Der BND beschaffe Informationen, die deutsche
Sicherheitsinteressen berührten. Dabei gehe es um Terrorismus,
organisierte Kriminalität oder die Außenpolitik autoritärer Regimes.
Überdies liefere er der Regierung Grundlagen für politische
Entscheidungen. Zu all dem müsse er „Länder einbeziehen, die etwas
offerieren können, das man selbst nicht hat“, betonte der 83-Jährige.
„Bei dieser Zusammenstellung der Partner geht es nicht nach
demokratischen Regeln, sondern nach Interessen. Wir haben immer
Verbindungen zu autoritären Regimes gehabt – zur
Informationsgewinnung.“ Ende letzter Woche wurde berichtet, die
Geheimdienste Großbritanniens und der USA hätten in der Vergangenheit
mit Gaddafi zusammengearbeitet. So habe die US-amerikanische CIA
Terrorverdächtige zur Befragung nach Libyen geschickt und dafür Hilfe
bei der Gefangennahme eines Oppositionellen zugesagt. Auch
Deutschland habe Kontakte zu Libyens Geheimdienst gehabt, hieß es.
Der ehemalige Geheimdienstkoordinator der Bundesregierung unter
Altkanzler Helmut Kohl, Bernd Schmidbauer (beide CDU), bestätigte
dies.

Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200

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