Neue OZ: Kommentar zu EU / Außenminister / Syrien / Konflikte

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Gespenstische Option

Welche Ironie: Zunächst griff der Westen in Syrien vor allem
deshalb nicht ein, weil er sich sicher war, dass die Zeit des
Machthabers Baschar al-Assad ohnehin abliefe. Inzwischen möchte sich
Deutschland raushalten, weil die Gefahr besteht, dass das einstmals
erwünschte Ziel wirklich eintreten könnte.

Bärtige Kämpfer preisen ihren Propheten, schwenken schwarze
Flaggen und feiern ihren Sieg mit Luftschüssen aus Waffen made in
Germany? Bevor sie damit in Richtung Golanhöhen ziehen und in einer
Kommando-Operation Juden töten? Jeden Deutschen muss diese
gespenstische Option bestürzen, zumal auch Christen bedroht sind und
Schutz an der Seite Assads suchen. Die Haltung Guido Westerwelles
zeugt deshalb nicht von Zauderlichkeit, sondern von
Verantwortungsbewusstsein.

Sie zeigt aber auch, dass eine gemeinsame europäische Außen- und
Sicherheitspolitik trotz aller Kompromisssuche Wunschdenken bleibt.
Jene Art von kriegerischer „Normalität“, die für ein deutsches
Herangehen an internationale Konflikte zuweilen gefordert wird, darf
es nicht geben. Deutsche Normalität hat es zu sein, vor jeglicher
Intervention aus geschichtlichen Gründen sorgfältiger abzuwägen, als
es andernorts üblich ist. Darüber hinaus sprechen die vielen
Fehlschläge der letzten Jahrzehnte und die komplexe Lage in Syrien
für Besonnenheit. Dorthin Waffen zu liefern bewirkt nichts.

Burkhard Ewert

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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