Neue OZ: Kommentar zu Euro-Krise/Griechenland

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Projekt Europa in Gefahr

Die Hiobsbotschaften in der Euro-Krise reißen nicht ab. Jetzt
schließt Wirtschaftsminister Rösler sogar die Insolvenz Griechenlands
nicht mehr aus. Diese Option hatte die Bundesregierung bislang
kategorisch abgelehnt. Nun scheint die Kanzlerin Merkel einzusehen,
dass Athen ein totaler Sanierungsfall ist.

Griechenland leidet nicht nur unter einem gigantischen
Schuldenberg, sondern auch an einer Wirtschaft, die nicht
wettbewerbsfähig ist. Der Absturz des Landes mit allen fatalen Folgen
für Arbeitsmarkt und Sozialsektor ist nicht aufzuhalten. Bestenfalls
kann der Aufprall abgefedert werden.

Deutsche Banken und Versicherer haben sich von griechischen
Anleihen längst getrennt. Auch die Ratingagenturen haben
Schuldscheine aus Athen bereits vor Monaten als Ramsch eingestuft,
wofür sie übrigens damals von der Bundesregierung scharf gescholten
wurden. Zu Unrecht, wie sich jetzt zeigt.

Wenn jedoch ein Großteil der Griechen-Schulden abgeschrieben
werden muss, warum sollte dann aber der Euro-Rettungsschirm auf 700
Milliarden Euro ausgedehnt werden? Darauf geben die strukturellen
Defizite Italiens und Spaniens eine erschreckende Antwort: Die
Sorgenkinder werden bereits von der Europäischen Zentralbank
gestützt, was gegen den Geist der Währungsunion verstößt. Müssen auch
diese Länder unter den Rettungsschirm? Bleiben die versprochenen
Reformen in Rom und Madrid Luftnummern, ist das Projekt Europa in
Gefahr.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: 0541/310 207

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