Neue OZ: Kommentar zu Wissenschaft/Raumfahrt

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Rotierender Schrottplatz

Die Raumfahrt hat den Menschen auf der Erde viele nützliche
Errungenschaften gebracht. Genauere Wettervorhersagen und
satellitengestützte Navigation. Live-Übertragungen von fast jedem Ort
der Welt und Ortungsdienste, um in Gefahr geratene Personen
aufzuspüren. Wer will auf diese Annehmlichkeiten schon verzichten?

Doch die Verfügbarkeit dieser Dienste ist keine
Selbstverständlichkeit. Die dafür nötigen Satelliten veralten,
erleiden Defekte oder werden – im Extremfall – von Weltraumtrümmern
zerstört. Gerade das letztere Szenario droht immer häufiger, weil vor
allem die erdnahen Umlaufbahnen zunehmend einer rotierenden Müllhalde
gleichen. Die Zahl der Ausweichmanöver, die Satelliten und
Raumstation ISS fliegen müssen, nimmt zu. Die Wahrscheinlichkeit für
orbitale Unfälle steigt. Noch sind sie die große Ausnahme. Um diesen
Zustand zu bewahren, muss aber mittelfristig aus theoretischen
Überlegungen eine reale kosmische Müllabfuhr entstehen.

Derzeit wäre allerdings allein schon die Vermeidung weiteren
Weltraumschrotts ein Erfolg. Doch warum sollte von der Europäischen
Konferenz für Weltraumschrott in Darmstadt nicht ein neuer Impuls
ausgehen? Hessen war schon einmal der Schauplatz für eine Revolution,
als 1985 erstmals ein Grüner einen Ministerposten besetzte. Ein guter
Ort also, um umweltpolitische Geschichte zu schreiben. Zumindest, um
mit dem ersten Kapitel zu beginnen.

Karsten Grosser

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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