Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Rücktritt von Ferdinand Piëch Schlechter Führungsstil von Andrea Frühauf

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Er hat sich selbst rausgetrickst: Der
VW-Patriarch Ferdinand Piëch hat sich als heimlicher Strippenzieher
bei Europas größtem Autobauer am Ende die Niederlage seines Lebens
selbst eingebrockt. Der innerste Machtzirkel des Autoimperiums, das
Präsidium des Aufsichtsrats, hat dem Patriarchen das Vertrauen
entzogen, weil der seinen bereits verlorenen Machtkampf mit
VW-Vorstandschef Martin Winterkorn nicht einsehen wollte und hinter
den Kulissen eine erneute Attacke zur Entmachtung des VW-Topmanagers
einfädelte, um die Familie Porsche doch noch auf seine Seite zu
ziehen. Solche Intrigen beschädigen das gesamte Unternehmen. Die
rigide Herrschaft eines Patriarchen ist nicht mehr zeitgemäß in
Zeiten, wo die Politik Aufsichtsräten mehr Frauen verordnet – und
damit mehr Demokratie. Piëch, eine Ikone der Autoindustrie und ein
begnadeter Ingenieur, hat sich im hohen Alter mit einer Portion
Altersstarrsinn verrannt. So blieb ihm nur der Abtritt. Viele hatten
bis zuletzt einen Rücktritt des 78-jährigen Enkels von Ferdinand
Porsche für undenkbar gehalten. Denn Piëch hatte ja bisher immer
gesiegt, und er hatte auch in vielen Punkten recht. Der Autobauer hat
eine falsche Modellpolitik für den US-Markt, keine
Kleinwagenstrategie und noch immer kein Billigauto auf den Markt
gebracht. Erst nachdem Winterkorn den Machtkampf gewonnen hatte,
teilte der Konzern mit, dass eine neue Kooperation mit einem
chinesischen Konzern zur Lancierung eines günstigen Autos für maximal
7.500 Euro geplant sei. Der Konzern ist mit zwölf Marken so riesig,
dass für die Entwicklung neuer Modelle auf vielen Ebenen zähe
Entscheidungen fallen. Piëch, der schon als Zehnjähriger ein Autonarr
war, wollte die Kernmarke VW günstiger fertigen. Doch im Alleingang
war dies nicht möglich. Piëch hatte alle gegen sich. Vielleicht hat
er ein Ziel noch erreicht: Mit seinem Abgang muss schnell ein
Nachfolger als Kontrollchef gefunden werden. Winterkorn hat zumindest
als VW-Chef anderes zu tun.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
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nachrichten@neue-westfaelische.de

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