Neues Deutschland: Zur schlechten Wahlbeteiligung in Mecklenburg-Vorpommern

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Der schlimmste Weg, den man wählen kann, ist der,
keinen zu wählen, heißt es. Dennoch haben sich wiederum viel zu
viele der Wahlberechtigten in Mecklenburg-Vorpommern dazu
entschlossen, ihre Stimme nicht abzugeben. Desinteresse, Misstrauen,
Enttäuschung – 21 Jahre nach den auch im Nordosten euphorisch
gefeierten demokratischen Mitwirkungsrechten ist einer Mehrheit die
Lust daran offenbar verloren gegangen. Weil klar war, dass der
beliebte SPD-Ministerpräsident das Rennen machen würde? Oder weil
Erwin Sellering nicht klar gesagt hatte, mit wem er demnächst im
Schweriner Schloss zusammen regieren will? Weil die CDU Zukunft zwar
nicht richtig schreiben kann, aber sich trotzdem ihrer politischen
Zukunft als SPD-Sozius ganz sicher wähnte? Weil die LINKE allzu sehr
aufs Mitregieren schielte – oder bisweilen zwischen den Genossen an
der Küste und denen in der Bundespartei mehr als 250 Kilometer
Entfernung zu klaffen schienen? Weil der Einzug der Grünen ebenso
feststand, wie der Auszug der FDP? Oder gar, weil sich das Land in
den letzten fünf Jahren an die schlimmen Auftritte der NPD im
Landesparlament gewöhnt hat?  Die dramatischen Appelle, nach
der miesesten Wahlbeteiligung 2006 seit 1990 diesmal wählen zu gehen,
haben nicht wirklich gefruchtet. Zu viele haben sich wieder für den
schlimmsten Weg entschieden. Womöglich hat sich bei denen die
Erkenntnis durchgesetzt, nicht über Wege, sondern nur über Gangarten
abstimmen zu können.

Pressekontakt:
Neues Deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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