Neuwahlen trotz guter Wirtschaftslage / Brexit könnte regionale Ungleichgewichte verstärken

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In Irland wird am 8. Februar 2020 ein neues Parlament gewählt.
Der irische Ministerpräsident Leo Varadkar hatte im Januar dieses Jahres
vorzeitige Neuwahlen ausgerufen. Die Minderheitsregierung, die von Varadkars
konservativer Partei Fine Gael geführt wird, nannte den Brexit als Grund für die
vorgezogenen Wahlen. Zugleich dürfte Presseberichten zufolge ein mögliches
Misstrauensvotum gegen Gesundheitsminister Simon Harris ebenfalls eine Rolle
spielen.

Trotz des Brexits und der Handelssanktionen auf wichtigen Auslandsmärkten wächst
die irische Wirtschaft bisher weiter. “Irlands einst strukturschwache, auf den
Binnen- und britischen Markt orientierte Wirtschaft hat sich innerhalb einer
Generation zu einer sehr offenen und exportstarken Ökonomie gewandelt. Davon
profitiert der Wirtschaftsstandort ungemein. Die Wirtschaft soll 2020 um 3,5
Prozent und damit von den Ländern der Europäischen Union (EU) mit am
dynamischsten wachsen”, sagt Torsten Pauly, Irland-Experte bei Germany Trade &
Invest (GTAI).

Der Überschuss im Außenhandel entsprach 2018 etwa 14,9 Prozent des
Bruttoinlandsproduktes (BIP). Das war mehr als doppelt so hoch wie in
Deutschland (7 Prozent). Irlands Erfolg ist eng mit ausländischen
Direktinvestitionen verbunden. Deren Bestand verdreifachte sich von 2012 bis
2018. Die Wertschöpfung multinationaler Unternehmen war 2018 um 270 Prozent
höher als 2008, diejenige rein irischer Firmen nur um 33 Prozent.

Irlands Offenheit bringt jedoch auch eine große Abhängigkeit von internationalen
Waren- und Kapitalströmen mit sich. Die Investitionen und Importe von Waren und
Dienstleistungen sind zwar stark gestiegen, jedoch verbergen sich dahinter in
hohem Maße Verlagerungen von Patentrechten nach Irland wegen der geringen
Besteuerung. Der Effekt auf die Realwirtschaft ist entsprechend gering.

Laut Pauly birgt der Brexit besondere Risiken: “Irlands Austausch mit dem
Vereinigten Königreich und der Transit zum Kontinent könnte stark beeinträchtigt
werden. Der britische Markt ist vor allem für die Lebensmittelindustrie und
andere Traditionsbranchen und damit für Irlands strukturschwächere ländliche
Räume wichtig.”

Irlands Ausfuhrüberschuss erreichte 2018 etwa 48,3 Milliarden Euro. Dies
entspricht fast 10.000 Euro pro Kopf, dreieinhalbmal so viel wie in Deutschland
(2.818 Euro). Allerdings tragen nur wenige Branchen zum irischen Warenexport
bei. Im Jahr 2018 entfielen 61,3 Prozent auf chemische Erzeugnisse, acht Prozent
auf Nahrungsmittel und 4,4 Prozent auf Mess-, Regel- und Prüftechnik. Insgesamt
hat Irland bei den meisten Waren eine ausgesprochene Importabhängigkeit.
Deutschen Lieferanten eröffnet das viele Chancen.

Weitere Informationen zu Irland unter: www.gtai.de/irland

Germany Trade & Invest (GTAI) ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der
Bundesrepublik Deutschland. Die Gesellschaft informiert deutsche Unternehmen
über Auslandsmärkte, wirbt für den Wirtschafts- und Technologiestandort
Deutschland und begleitet ausländische Unternehmen bei der Ansiedlung in
Deutschland.

Pressekontakt:

Esad Fazlic
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