Nicht die Zeit für Machtspiele / Kommentar von Jörn Lange zur Fußball-EM

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Kurzform: Die Verschiebung des Leuchtturm-Events EM hat den Alltagsbetrieben des Fußballs (samt der hochlukrativen Champions League) nun ein wenig Zeit verschafft, um die Saison im Mai und Juni vielleicht doch noch zu Ende bringen zu können. Die Entscheider haben verstanden, dass selbst der hellste Leuchtturm in sich zusammenbricht, wenn das Fundament zerbröckelt. Damit die EM im Sommer 2021 stattfinden kann, kommt sogar der Weltverband Fifa der Uefa entgegen, dabei pflegen die Dachorganisationen ein eher vergiftetes Verhältnis. Fifa-Präsident Gianni Infantino will die von ihm initiierte und für Sommer 2021 geplante Klub-WM verlegen. Alle haben begriffen: Jetzt ist nicht die Zeit für Machtkämpfe. Ein Signal, das Mut macht.

Der vollständige Kommentar: Nun ist es also amtlich: Das größte Fußball-Fest des Kontinents fällt aus, die für kommenden Sommer geplante Europameisterschaft wird um ein Jahr verschoben. Ein Schritt, der beweist, dass keine Veranstaltung der Welt groß genug ist, dem Coronavirus zu trotzen – und zudem der einzig richtige. Welche Alternativen hatte die Europäische Fußball-Union (Uefa)? An den Plänen einer EM in zwölf Ländern festzuhalten? In Zeiten einer galoppierenden Pandemie, von der niemand seriös prognostizieren kann, wie sie sich entwickelt, wäre das absurd. Eine Verlegung auf den Winter 2020? Keine gangbare Lösung, weder für Fans noch für die nationalen Verbände und Ligen. Ein Turnier unter Ausschluss der Öffentlichkeit? Hätte vielleicht einen Europameister hervorgebracht, in Wahrheit aber nur Verlierer produziert. Nein, die Uefa hatte keine andere Option, vor allem wegen des Drucks ihrer Mitgliederverbände. Deren nationalen Ligen haben den Betrieb vorerst eingestellt, eine Maßnahme, die zum ultimativen Stresstest wird. Kommt es tatsächlich zum vorzeitigen Abbruch der Spielzeit, droht etlichen Klubs der Bankrott. Die Verschiebung des Leuchtturm-Events EM hat den Alltagsbetrieben des Fußballs (samt der hochlukrativen Champions League) nun ein wenig Zeit verschafft, um die Saison im Mai und Juni vielleicht doch noch zu Ende bringen zu können. Die Entscheider haben verstanden, dass selbst der hellste Leuchtturm in sich zusammenbricht, wenn das Fundament zerbröckelt. Damit die Europameisterschaft im Sommer 2021 stattfinden kann, kommt sogar der Weltverband Fifa der Uefa entgegen, dabei pflegen die Dachorganisationen ein eher vergiftetes Verhältnis. Fifa-Präsident Gianni Infantino will die von ihm initiierte und für Sommer 2021 geplante Klub-WM verlegen. Alle haben begriffen: Jetzt ist nicht die Zeit für Machtkämpfe. Ein Signal, das Mut macht.

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