NOZ: Klöckner: Dumpingpreise für Fleisch ethisch nicht vertretbar

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Klöckner: Dumpingpreise für Fleisch ethisch
nicht vertretbar

Bundesagrarministerin kritisiert Preispolitik der Handelsketten –
„Tiere keine Wegwerfware“

Osnabrück. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat
Rabattaktionen von Supermärkten für Fleisch und Milch als „ethisch
nicht vertretbar“ kritisiert. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker
Zeitung“ (Dienstag) sagte die CDU-Politikerin: „Der Handel sagt mir
immer, der Verbraucher sei nicht bereit, mehr für Lebensmittel zu
zahlen. Doch wer Fleisch verramscht, der verstellt den Blick auf die
Wertigkeit der Ware.“ Sie halte es nicht für richtig, dass im Bereich
der Lebensmittel mit Dumpingpreisen geworben werde: „Dumpingpreise
für Fleisch halte ich für ethisch nicht vertretbar.“ Tiere seien
keine Wegwerfware, sondern Mitgeschöpfe. „Daher sollte man
Fleischpreise auch nicht als Lockmittel nutzen.“

Klöckner verwies in diesem Zusammenhang auf das freiwillige
staatliche Tierwohllabel, an dem ihr Ministerium derzeit arbeitet.
Mit dem dreistufigen Siegel soll künftig auf der Verpackung gezeigt
werden, inwieweit Tierhaltung über dem gesetzlichen Standard
hinausgeht. So eine Kennzeichnung sei der massive Wunsch der Kunden,
so Klöckner. „Die Verbraucher können zeigen, wie viel ihnen Tierwohl
wert ist. Denn klar ist auch: Investitionen in mehr Tierwohl müssen
sich für unsere Landwirte lohnen.“ Sie sehe eine Verpflichtung „von
uns allen“, Ansprüche an die Landwirtschaft auch zu honorieren. „Wir
sitzen da in einem Boot“, so die CDU-Politikerin.

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Klöckner: Wir müssen beim Wolf über eine Regulierung reden

Bundesagrarministerin fordert klare Haltung von SPD – Mehr als
1000 Nutztiere 2016 getötet

Osnabrück. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU)
hat die SPD in der Bundesregierung aufgefordert, die Sorgen der
Bevölkerung beim Wolf ernst zu nehmen. Im Interview mit der „Neuen
Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag) sagte Klöckner: „Ich sehe es als
Aufgabe von Politik, die Realitäten vor Ort wahrzunehmen und das muss
auch das Bundesumweltministerium erkennen.“ Es brauche beim Wolf ein
klares Vorgehen der Bundesregierung. „Die Union ist da ganz klar,
aber wir warten noch auf die SPD.“ Für sie sei unzweifelhaft, dass
Schutzmaßnahmen wie Zäune alleine im Umgang mit dem Wolf nicht
ausreichten. Klöckner sagte: „Der Wolf ist lernfähig, er überwindet
solche Hindernisse. Wir müssen über eine Regulierung reden.“

Laut Klöckner leben in Deutschland mittlerweile etwa 60 Wolfsrudel
mit rund 600 Tieren. „Nach derzeitigen Entwicklungen wird mit einem
weiteren jährlichen Zuwachs von 25 bis 35 Prozent gerechnet.“ 2016
seien mehr als 1000 Nutztiere wie beispielsweise Schafe durch Wölfe
gerissen werden. Klöckner: „Das dürfen wir nicht ignorieren.“ Es gebe
Regionen in Deutschland wie die ostdeutschen Bundesländer oder Teile
Niedersachsens, in denen der Wolf nicht mehr bedroht sei. „Wir dürfen
keinem allzu romantischen Bild des Wolfes hinterher hängen“,
appellierte die Ministerin.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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