NOZ: Koordinierungsrat ruft Muslime in Deutschland zur Teilnahme an Bundestagswahl auf

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Koordinierungsrat ruft Muslime in Deutschland
zur Teilnahme an Bundestagswahl auf

Rund 1,5 Millionen Stimmberechtigte islamischen Glaubens – Warnung
vor AfD

Osnabrück. Der Sprecher des Koordinierungsrats der Muslime, Aiman
Mazyek, hat die rund 1,5 Millionen in Deutschland stimmberechtigten
Muslime dazu aufgerufen, an der Bundestagswahl an diesem Sonntag
teilzunehmen. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“
(Samstag) sagte Mazyek, „gerade in Anbetracht des zunehmenden
Einflusses rechtspopulistischer und rechtsradikaler Parteien, die
durch Hetze und Ressentiments gegenüber Minderheiten in Deutschland
auf Stimmenfang gehen, ist jeder gefragt, sich gegen eine Abkehr von
den Grundwerten unserer Demokratie zu wenden“. Der Zentralrat der
Muslime (ZMD), dessen Vorstandsvorsitzender Mazyek ist, hatte seinen
Mitgliedsgemeinden darüber hinaus eine Musterpredigt für das
Freitagsgebet in Deutsch und anderen Sprachen zur Verfügung gestellt.
„Das Recht zu wählen ist eine Bürgerpflicht“, heißt es darin, und
weiter: „Dies gilt umso mehr, wenn wir uns vor Augen halten, dass es
Millionen von Menschen weltweit entweder verwehrt ist, frei zu
wählen, oder die sich ein solches Mitbestimmungsrecht erkämpfen
mussten bzw. immer noch müssen. Wie viele von den in Deutschland
lebenden Muslimen stammen aus Ländern, in denen sie keine faire
Chance hatten, um politisch mitzubestimmen?“ Mazyek wies darauf hin,
dass die muslimische Gemeinschaft in Deutschland in besonderer Weise
von der bevorstehenden Wahl betroffen sei, weil die AfD und andere
rechte und extreme Parteien Islam- und Fremdenfeindlichkeit schürten.
„Wir sagen unmissverständlich, dass die Wahlbeteiligung für uns eine
gesellschaftliche Pflicht ist“, und „wer nicht wählt, hat andere für
sich wählen lassen, und im Zweifel das Falsche“, erklärte Mazyek. Dem
Koordinierungsrat der Muslime gehören die vier größten islamischen
Verbände in Deutschland an, neben dem ZMD die Türkisch-Islamische
Union der Anstalt für Religion (DITIB), der Verband der Islamischen
Kulturzentren (VIKZ) und der Islamrat für die Bundesrepublik
Deutschland (IR).

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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