NRZ: Europas größte Schande – ein Kommentar von KNUT PRIES

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Wer würde nicht zustimmen, dass man Halunken das
Handwerk legen muss, die daran verdienen, dass sie verzweifelten
Menschen hohe Beträge abknöpfen, sie auf hochseeuntaugliche Schiffe
verfrachten und sie dann ihrem Schicksal, also in vielen Fällen: dem
Tod durch Ertrinken, überlassen. Diese „Schleuser“ sind Verbrecher.
Und ist es nicht logisch, dass man ihnen das schaurige Geschäft
erleichtert, je mehr Bootsflüchtlinge man vor dem Ersaufen rettet und
sie doch noch an Europas Küsten bringt? Ja, das ist logisch, und
inhuman ist es auch. In der schäbigen Sprache des
EU-Flüchtlingsmanagements ist Rettung ein „Pull-Faktor“ – ein
Umstand, der noch mehr Menschen in Versuchung bringt, ihr Heil auf
dem Weg übers Mittelmeer zu suchen und dadurch das Problem
vergrößert, statt es zu lindern. Denn, so lautet der
Standard-Bescheid der EU-Verantwortlichen, alle, die wollen, können
wir in Europa schlechterdings nicht aufnehmen. Deswegen müssen wir
mithelfen, dass nicht mehr so viele wollen. Wenn das mangels
anständig regierter Staaten in Afrika und dem Nahen Osten nicht recht
voran kommt, ist das nicht unsere Schuld. Bis auf weiteres gilt:
Grenzschutz ist billiger als Seenot-Rettung.Es ist ein bodenloser
Zynismus. Das neuerliche Massensterben vor der Küste Libyens,
anderthalb Jahre nach der Katastrophe von Lampedusa, fügt der größten
Schande, die sich die Wertegemeinschaft Europa leistet, ein weiteres
Kapitel hinzu. Es ist unserer aller Aufgabe, der Politik die
Verwaltung dieser Schande nicht länger durchgehen zulassen.

Pressekontakt:
Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung
Redaktion

Telefon: 0201/8042616

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