NRZ: Thyssenkrupp-Chef flüchtet, was sollen die Mitarbeiter davon halten? – von MANFRED LACHNIET

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Wie müssen sich die Mitarbeiter fühlen, wenn der
Chef von jetzt auf gleich aus der Firma flüchtet? Man kann sich gut
vorstellen, dass nach dem plötzlichen Sinneswandel von Heinrich
Hiesinger bei den Beschäftigten von Thyssenkrupp die Unruhe groß ist.
Besonders im Stahlbereich waren die letzten Monate von Ungewissheit
geprägt. Erst in den letzten Tagen wurde der Zusammenschluss mit dem
indischen Unternehmen Tata besiegelt. Diesen Abschied vom Stahl hat
Hiesinger durchgepaukt und damit den Konzern verändert. Alle Welt
glaubte daher, dass Hiesinger sein Werk fortsetzen und gestalten
würde. Dass er so überraschend aufgibt, lässt nun nichts Gutes
vermuten. Wenn es schlecht läuft, filetieren die Großaktionäre den
Konzern auseinander und verkaufen die Einzelteile gewinnbringend in
alle Welt. Dass die Investoren aus Skandinavien und USA dabei große
Rücksichten nehmen, ist nicht zu erwarten. Und auch die
Krupp-Stiftung scheint eher an Marge denn am Zusammenhalt des
Traditionskonzerns interessiert zu sein. Mancher fragt sich, was wohl
Berthold Beitz zu dem Treiben gesagt hätte… Leider gilt der
Kulturwandel auch für die Landespolitik: Ministerpräsident Laschet
sitzt zwar im Aufsichtsrat der Krupp-Stiftung, hält sich aber bislang
vornehm zurück. Damit hat die Kapitalseite nun freie Bahn. Am so
lange erfolgreichen Modell der Mitbestimmung hat offenbar niemand
mehr ein Interesse. Das ist ein Einschnitt für unsere Region.
Vorstand Hiesinger geht weg; die Mitarbeiter müssen zusehen, was die
Zukunft bringt.

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