Rheinische Post: Euro-Debakel der Politik Kommentar Von Georg Winters

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Viel zu lange hat sich Europa ebenso gutgläubig
wie fahrlässig darauf verlassen, dass Griechenland genug Sparwillen
und -fähigkeit aufbringen könnte, um die drohende Staatspleite zu
verhindern. Die jüngsten Hiobsbotschaften haben aber auch den
notorischsten Optimisten endgültig ernüchtert. Der Kollaps rückt
bedrohlich nahe. Dabei war er früh absehbar – ökonomisch und
politisch. Ökonomisch, weil es keine Volkswirtschaft der Welt
fertigbringt, einen derart rigiden Sparkurs zu fahren und trotzdem
noch Impulse zu setzen, die ausreichendes Wachstum schaffen.
Politisch, weil vor allem die Konservativen in Athen sich jeder
notwendigen Koalition der Vernunft widersetzten und die Bevölkerung
auf die Barrikaden ging. Wie hätte Athen einen wirklich wirksamen
Rettungsbeitrag leisten sollen? Es bleibt das Fazit, dass der Fall
Griechenland ein Debakel ist. Eine Insolvenz – wenn sie denn kommt –
hätte man ein Jahr früher geordnet über die Bühne bringen können.
Aber anstatt den Mut aufzubringen und Athen in eine geordnete Pleite
zu schicken, haben sich alle immer nur Zeit gekauft. Als
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sagte, die Griechen könnten ihre
Schulden niemals komplett zurückzahlen, ging ein Aufschrei durchs
Land. Jetzt könnte der Schweizer der Einzige sein, der sich früh
genug traute, eine unbequeme Wahrheit auszusprechen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2303

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