Rheinische Post: Gaucks kluge Rede Von Eva Quadbeck

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Zum 100. Jahrestag des Völkermords an den
Armeniern musste sich Berlin zwischen Diplomatie und Wahrheit
entscheiden. Die Wahrheit hat gesiegt. Auf internen Druck des
Bundespräsidenten rangen sich Parlament und Regierung dazu durch, die
Gräueltaten des Osmanischen Reichs im Ersten Weltkrieg an den
Armeniern mit dem Begriff „Völkermord“ zu belegen. Das wurde Zeit.
Bundespräsident Gauck begründete den Schritt gestern bei der
Gedenkfeier klug und ohne jegliche Rechthaberei. Er verknüpfte den
Begriff „Völkermord“ mit der historisch nachgewiesenen Mitschuld der
Deutschen an den Gräueltaten. Er erinnerte auch an den mühevollen
Prozess der Deutschen, sich mit ihrer Vergangenheit
auseinanderzusetzen, ohne die Einmaligkeit des Holocausts in Frage zu
stellen. Die Sorge vor diplomatischen Verwerfungen mit der Türkei
darf nicht den Blick auf das Geschehene verstellen. Deshalb ist es
richtig, dass auch der Bundestag heute in einer Resolution den
Völkermord benennt. Beim Gedenken muss man aus Respekt vor den Opfern
und ihrer Nachfahren ehrlich sein.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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