Rheinische Post: Heimspiel für Wowereit von Martin Kessler

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Als Wahlkämpfer macht ihm keiner etwas vor.
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat den
Angriff der Herausforderin Renate Künast klar abgewehrt und wird sein
Amt behalten – wohl mit den Grünen als neuem Koalitionspartner. Dass
der Sieg matter ausfiel, als die Umfragen vorhersagten, ist nur ein
Schönheitsfehler. Der oberste Berliner drückt das Lebensgefühl seiner
Stadt am besten aus: locker-freche Sprüche, glamouröse Auftritte und
kein allzu großer wirtschaftlicher Ehrgeiz. Die Hauptstadt liegt im
Trend, und Wowereit profitiert davon. Bitter fällt das Ergebnis für
Künast aus, die trotz Stimmenzuwachs zu den Verlierern des Abends
zählt. Ihre Karriere hat einen deutlichen Knacks bekommen. Im Bund
ist Rivale Jürgen Trittin nun klar die Nummer eins, in der
Landespolitik der Schwabe Winfried Kretschmann. Die Liberalen in
Berlin wurden ausgelöscht. Nicht einmal ein populistischer Wahlkampf
gegen weitere Griechen-Hilfen konnte die FDP retten. Die Partei wurde
doppelt bestraft: für ihr miserables Image und ihren blassen
Spitzenkandidaten. Dafür ist das Parteienspektrum größer geworden.
Die Piraten siegten sensationell – auch wenn sie außer
Internet-Expertise wenig vorzuweisen haben. Auch die CDU kann
zufrieden sein. Sie ist die einzige bürgerliche Kraft in dieser
verrückten Stadt.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2303

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