Rheinische Post: Irlands Wahl

Kommentar Von ALEXEI MAKARTSEV

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Es war eine Bestrafung: Die Iren haben ihre
bisherige Regierung in die Wüste geschickt, aus Wut und Enttäuschung
über den blamablen Absturz ihres Landes, das sich noch vor kurzem als
„keltischer Tiger“ feiern ließ. Jetzt sind alle Augen auf den neuen
Premier Enda Kenny gerichtet. Zwar hat der politische Veteran seinen
Landsleuten keine neuen Wirtschaftswunder versprochen. Aber er hat
sich weit aus dem Fenster gelehnt, als er ihnen vor der Wahl schwor,
er wolle in Europa günstigere Zinsbedingungen für den aufgespannten
Euro-Rettungsschirm aushandeln. Es geht dabei nicht nur um
symbolische Schritte. Das Sorgenkind der EU will von der Gemeinschaft
deutliche finanzielle Zugeständnisse fordern und dabei auf seine
besondere Rolle pochen. Die Iren betrachten die Finanzhilfe, die
ihnen die EU aufgedrängt hat, nämlich als eine Art Pilotversuch für
eine möglicherweise bald auch auf dem Kontinent nötige
Euro-Rettungsaktion. Sie erwarten deshalb vor allem von Deutschland
aktive Hilfe, sprich neue Opfer. Wahlsieger Kenny dürfte mit seiner
Forderung nach einer schnellen Entlastung aber wohl auf taube Ohren
stoßen. Die EU verlangt, dass die neue irische Regierung zunächst
ihre Hausaufgaben macht.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2303

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