Rheinische Post: Kommentar / Der kalte Mr. Trump = VON MATTHIAS BEERMANN

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Mehr als 2000 verängstigte Kinder, die man an
der amerikanisch-mexikanischen Grenze von ihren Eltern getrennt und
zwischen Metallgittern in Hangars verfrachtet hatte – die Bilder des
kindlichen Leids haben den Amerikanern schockartig die unmittelbaren
Folgen der von Donald Trump drastisch verschärften
Einwanderungspolitik vor Augen geführt. Der Protest gegen diese
unwürdigen Zustände nahm selbst in den eigenen Reihen ein solches
Ausmaß an, dass Trump die Praxis nun gestoppt hat. Gottlob. Es ist
eine politische Schlappe für den Präsidenten, dem etliche
Republikaner offen die Gefolgschaft verweigerten. Trump hat sich
verkalkuliert. Zwar wünscht sich eine Mehrheit der Amerikaner über
alle Parteigrenzen hinweg mehr Konsequenz im Kampf gegen die illegale
Einwanderung. Aber für die meisten gibt es dabei offenbar dennoch
Grenzen des menschlichen Anstands. Dem kaltherzigen Mann im Weißen
Haus scheinen solche Regungen dagegen eher fremd. Und wenn er nun so
tut, als habe ihn sein Mitgefühl zum Eingreifen bewegt, ist das nur
noch abstoßend.

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