Rheinische Post: Kommentar / Kraft zieht die Reißleine = Von Michael Bröcker

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Vier Tage vor der Landtagswahl hat
SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft eine rot-rot-grüne Koalition
ausgeschlossen. Das ist gut so, denn ein Linksbündnis wäre für das
Industrie- und Innovationsland NRW schädlich. Die wirtschafts- und
sozialpolitischen Vorstellungen der Linken sind investitionshemmend
und bringen das Land eben nicht wieder auf die Überholspur bei
wirtschaftlicher Dynamik, Bildungsqualität, Finanzpolitik,
Infrastruktur. Die Diplom-Ökonomin Kraft hat die Reißleine gezogen,
um potenzielle SPD-Wähler nicht zu verschrecken, die wissen, dass
erst erwirtschaftet werden muss, was verteilt werden soll. Das sind
nämlich nicht gerade wenige in Nordrhein-Westfalen. Nur: Warum hat
sie das nicht längst kommuniziert? Die Fragen waren eindeutig.
Hannelore Kraft, ganz der erfahrene Politprofi, hat natürlich nicht
ausgeschlossen, dass sie sich mit Hilfe der Linken zur
Regierungschefin wählen lassen würde. Eine Minderheitsregierung
bleibt als Option für Kraft auf dem Tisch. Wahrscheinlicher ist
angesichts des Parteien-Hickhacks die große Koalition. Ob die gut
wäre für ein Land, das dringend mehr Dynamik, Innovation und
Aufstiegswille braucht, darf bezweifelt werden.

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