Rheinische Post: Obama und Amerikas schreckliche Woche = Von Matthias Beermann

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Vier Monate erst ist es her, dass Barack Obama
öffentlich in Tränen ausbrach. Damals hatte ein Amokläufer in Newtown
20 Schulkinder und sechs Erwachsene niedergemetzelt. Nun muss der
Präsident schon wieder eine Trauerrede halten, Angehörige von Opfern
trösten und darüber hinaus der ganzen Nation Mut machen. Es war eine
schreckliche Woche, die mit dem feigen Bombenattentat auf ein
fröhliches Sportfest in Boston begann, sich mit Gift-Briefen an
Politiker fortsetzte und nun in einem Unglück von apokalyptischen
Ausmaßen mündete. Die letzten Tage waren selbst für dieses
abgehärtete Land eine Prüfung. In einem ersten Reflex nach dem
Anschlag von Boston war die Nation zusammengerückt – wie immer, wenn
sie sich im Innersten angegriffen fühlt. Diesen Geist beschwor Obama
auch gestern wieder, als hätte er nicht gerade erst zu spüren
bekommen, wie schnell der Effekt auch wieder verpufft. Obamas Vorstoß
für striktere Waffengesetze, zunächst getragen von der allgemeinen
Empörung über das Massaker von Newton, ist gescheitert. Nach
Katastrophen geht Amerika sehr schnell wieder zur Tagesordnung über.
Das macht seine besondere Stärke aus, gewiss. Aber es ist zugleich
auch seine Schwäche.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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