Rheinische Post: Syriens Irakisierung

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Ein Kommentar von Matthias Beermann:

Seit Monaten führt das Regime von Syriens Diktator Assad einen
grausamen Krieg gegen das eigene Volk. Gegen überwiegend unbewaffnete
und friedliche Demonstranten werden Artillerie, Panzer und sogar die
Luftwaffe eingesetzt. Mindestens 2700 Tote hat es bereits gegeben.
Doch die Brutalität eines Diktators, der mit dem Rücken zur Wand
steht, hat die Proteste nicht brechen können. Jetzt droht die nächste
Stufe der Eskalation. Die Aufrührer beginnen, mit Waffengewalt
zurückzuschlagen. Syrien schliddert offenbar unaufhaltsam in einen
Bürgerkrieg. Ähnlich war es in Libyen, doch Syrien droht ein ungleich
schlimmeres Schicksal. Zum einen ist nicht damit zu rechnen, dass von
außen militärisch eingegriffen wird, wie es gegen Gaddafi der Fall
gewesen ist. Nicht einmal zu Sanktionen sieht sich die Uno in der
Lage. Zum anderen bietet die religiös extrem zerklüftete syrische
Gesellschaft vor dem Hintergrund des Schismas zwischen Sunniten und
Schiiten den Nährboden für einen Krieg aller gegen aller. In Syrien
droht kein zweites Libyen, es droht ein zweiter Irak. Damit ist auch
schon alles gesagt über das Risikopotenzial für die ganze Region. Ein
Bürgerkrieg im Reich des mit dem Iran verbündeten Assad könnte sich
zum Flächenbrand in Nahost entwickeln.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2303

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