RNZ: Flexibel – Kommentar zur Brückenteilzeit

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Einmal Teilzeit, immer Teilzeit? Das soll
künftig nicht mehr gelten. Und das ist gut so. Denn gerade für viele
Frauen (und wenige Männer), die der Kinder wegen die Arbeitszeit
reduziert haben, wird Teilzeit zur Armutsfalle: Weniger Einkommen,
weniger Rente, so lange der Arbeitgeber nicht mitspielt beim Wunsch,
die Stunden wieder aufzustocken. Die neue „Brückenteilzeit“ wird
künftig helfen, das zu verhindern – und es damit Familien
erleichtern, zum Beispiel Pflege- oder Erziehungsarbeit untereinander
gerechter zu verteilen. In der vergangenen Legislatur hat sich die
Union dem SPD-Herzensprojekt noch schlicht verweigert. Auch nun
murren die CSU-Minister hörbar. Sie sollten sich eines Lieblinssatzes
ihres Urvaters Strauss erinnern: pacta sunt servanda. Nur: Für alle,
die jetzt schon in der Teilzeitfalle sitzen, bringt das Gesetz nur
minimale Verbesserungen. Statt Recht auf Vollzeit gilt für sie nur
eine Beweislastumkehr. Nicht sie müssen beweisen, dass sie für eine
freie Vollzeitstelle geeignet sind, sondern der Arbeitgeber das
Gegenteil, wenn er den Platz anderweitig besetzen will. Auch in
kleinen und mittleren Betrieben ist das neue Instrument mit dem
sperrigen Namen nur sehr begrenzt vorgeschrieben. Doch kluge
Arbeitgeber werden wissen: In Zeiten des aufziehenden
Fachkräftemangels ist im Vorteil, wer sich flexibel zeigt.

Pressekontakt:
Rhein-Neckar-Zeitung
Dr. Klaus Welzel
Telefon: +49 (06221) 519-5011

Original-Content von: Rhein-Neckar-Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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