Studenten mit den eigenen Studienbedingungen in hohem Anteil zufrieden / Jeden Achten zieht es nach dem Studium beruflich ins Ausland / Allensbach-Studie zum Hochschul-Standort Deutschland

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Jeder Vierte fordert spontan die Abschaffung der
Studiengebühren / Mehrheit für Zentralisierung der Bildungspolitik /
Vor allem die Besten und Leistungsbereiten sehen ihre berufliche
Zukunft im Ausland / Zunehmend Vorbehalte gegenüber Stipendien

Berlin/Hamburg, 6. Juni 2011 – Im Gegensatz zur oft massiven
öffentlichen Kritik am Studien-Standort Deutschland zeichnet eine
neue Allensbach-Studie im Auftrag des Reemtsma
Begabtenförderungswerks (BFW) ein ganz anderes Bild. Wie die Umfrage
des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) unter 2.968
repräsentativ ausgewählten Studierenden aller Fachrichtungen zeigt,
bewerten fast drei Viertel (74 Prozent) der Studenten ihre eigenen
Studienbedingungen überraschend positiv – 63 Prozent finden sie
„gut“, 13 Prozent sogar „sehr gut“. Noch positiver beurteilen
Stipendiaten (82 Prozent) und Promotions-Anwärter (85 Prozent) ihren
persönlichen Studien-Alltag. „Gut 20 Jahre nach der Wiedervereinigung
haben sich die Studienbedingungen in Deutschland nicht nur
angeglichen, in den neuen Bundesländern werden sie von den dort
Studierenden sogar besser als in den alten Bundesländern
eingeschätzt“, erklärt IfD-Projektleiter Dr. Rüdiger Schulz.

Trotz aller Zufriedenheit sehen viele Studenten aber noch
reichlich Verbesserungspotenzial an Deutschlands Universitäten und
Fachhochschulen. So fordert jeder vierte Befragte spontan die
Abschaffung der Studiengebühren, 16 Prozent wünschen sich mehr
Lehrpersonal, 15 Prozent eine bessere Ausstattung der Hochschule und
zehn Prozent eine Überarbeitung des Bachelor-Master-Systems.

Eine Mehrheit der Studenten fordert eine Zentralisierung der
Bildungs- und Hochschulpolitik. 59 Prozent sprechen sich für eine
Zuständigkeit des Bundes aus, lediglich 25 Prozent finden es gut,
dass die einzelnen Bundesländer dafür zuständig sind.

Vor allem die Besten sehen nach dem Studium ihre berufliche
Perspektive im Ausland

Ein für den Wirtschaftsstandort Deutschland alarmierendes Ergebnis
ist, dass sich fast zwei Drittel der Studierenden (64 Prozent)
vorstellen können, nach dem Studium im Ausland zu arbeiten. 13
Prozent sagen explizit, dass sie dieses vorhaben, für 51 Prozent käme
ein Job im Ausland in Frage. Mit steigender Qualifikation und höherem
angestrebten Abschluss steigt die Quote derjenigen auf bis zu 25
Prozent an, für die das Arbeiten im Ausland eine echte berufliche
Option nach dem Studium darstellt. Fast jeder Fünfte (18 Prozent),
der an einer späteren Arbeit im Ausland Interesse hat, hat vor, auf
Dauer im Ausland zu arbeiten. Bei Studierenden mit
Migrationshintergrund liegt der Anteil bei 26 Prozent.

„Bei aller berechtigten Freude über die erstaunlich hohe
Zufriedenheit mit den Studienbedingungen dürfen sich Politik und
Wirtschaft davon nicht blenden lassen. Wenn es gleichzeitig nicht
gelingt, hochqualifizierten Leistungsträgern im Land attraktive
berufliche Aufstiegschancen und Rahmenbedingungen zu bieten, fehlen
Deutschland in Zukunft zunehmend intelligente Köpfe im globalen
Wettbewerb. Dies zeigt die Studie überdeutlich“, sagt Sebastian
Blohm, Sprecher des Reemtsma Begabtenförderungswerks.

Die Studenten, die später auf Dauer im Ausland arbeiten wollen,
versprechen sich davon vor allem bessere Verdienstmöglichkeiten (48
Prozent) sowie bessere Aufstiegschancen und Karriere-Aussichten (43
Prozent). Für Diejenigen, die nur eine Zeit lang im Ausland arbeiten
wollen, steht mehr das Sammeln von Auslandserfahrung (75 Prozent) im
Vordergrund.

Nur Wenige gehen von Chancengerechtigkeit bei der
Stipendien-Vergabe aus

Die Möglichkeit, ein Stipendium zu erhalten, schätzen die meisten
Studenten heute weniger aussichtsreich ein als noch vor einem Jahr.
Nur noch gut ein Drittel der Befragten (36 Prozent) beurteilt die
Chancen auf ein Stipendium als „sehr groß“ oder „eher groß“. Bei der
Umfrage vor einem Jahr vertraten noch 53 Prozent diese Meinung.

Verbreitet Skepsis herrscht bei den Studenten auch mit Blick auf
die Vergabepraxis bei Stipendien. So glauben insgesamt nur 17
Prozent, dass es bei der Stipendien-Vergabe gerecht zugeht, 35
Prozent halten sie für nicht gerecht und 48 Prozent tun sich schwer,
das zu beurteilen. Aus Sicht von gut der Hälfte der Studierenden (54
Prozent) wird bei der Stipendien-Vergabe die finanzielle Situation
bzw. die Bedürftigkeit des Antragstellers zu wenig berücksichtigt. 41
Prozent meinen, dass die Persönlichkeit der Bewerber zu wenig in die
Bewertung einfließt.

Sebastian Blohm: „Bei der Stipendien-Vergabe muss neben der
universitären Leistung und dem gesellschaftlichen Engagement auch die
finanzielle Situation berücksichtigt werden. Für das Reemtsma
Begabtenförderungswerk steht bei der Bewertung von Förderanträgen der
Aspekt des Chancen-Ausgleichs im Vordergrund. Ziel unserer Förderung
ist es, jungen Menschen später ein selbstbestimmtes Leben zu
ermöglichen.“

Die Eltern und Studenten-Jobs sind die wesentlichen
Finanzierungsquellen des Studiums

Ohne die Unterstützung der Eltern und selbst verdientes Geld durch
Arbeiten neben dem Studium wäre für die meisten Studenten ein
Hochschul-Abschluss nicht machbar. So sichern die Eltern bei 61
Prozent der Studierenden einen Teil des benötigten Geldes, 56 Prozent
tragen durch Jobben zur Finanzierung bei. Auf BAföG-Mittel können
sich 29 Prozent stützen, eigenes Vermögen bzw. Erspartes ziehen 25
Prozent dazu heran. Durch ein Stipendium finanzieren lediglich fünf
Prozent der Befragten ihr Studium ganz oder in Teilen, aber auch 60
Prozent der Stipendiaten arbeiten neben ihrem Studium.

Pressekontakt:
Svea Milena Schröder
Pressesprecherin
Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH
Kommunikation und Presse
Max-Born-Straße 4
22761 Hamburg
Tel.: +49 40 8220-1088
Fax: +49 40 8220-1113
E-Mail: presse@reemtsma.de
Internet: www.begabtenfoerderungswerk.de

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