Südwest Presse: KOMMENTAR · KRANKENVERSICHERUNG

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KOMMENTAR · KRANKENVERSICHERUNG

Bitte nachbessern Eigentlich müssten wir Ulla Schmidt dankbar
dafür sein, dass sie die Krankenversicherungspflicht für alle
Bundesbürger gegen viele Widerstände durchgeboxt hat. Denn für einen
Sozialstaat ist es unwürdig, wenn manche sich vor Erkrankungen
fürchten, weil sie ohne Absicherung den Besuch beim Arzt nicht zahlen
können. Erstaunlich genug, dass diese Pflicht erst vor wenigen Jahren
eingeführt wurde. Aber leider hat sie gleich zwei Pferdefüße: Niemand
kontrolliert, ob wirklich alle versichert sind oder ob sich mancher
die Beiträge einfach spart. Zudem fehlt eine vernünftige Regelung für
diejenigen, die sich die Beiträge nicht leisten können. Dies trifft
insbesondere Selbstständige. Wobei sich mancher Kleinunternehmer die
Frage gefallen lassen muss, ob sein Geschäftsmodell dauerhaft
tragfähig ist, wenn nicht einmal die Krankenkassenbeiträge zu
erwirtschaften sind. Beide Probleme geht Gesundheitsminister Daniel
Bahr leider nicht an. Er bringt nur eine Minireform auf den Weg: Die
Säumniszinsen von fünf Prozent pro Monat bei den gesetzlichen Kassen,
die nie eine abschreckende Wirkung entwickelten, werden auf ein
Prozent abgesenkt. Das ist ebenso so sinnvoll wie der Notlagentarif
bei den privat Versicherern. Leider fehlt aber sowohl eine Regelung
für den riesigen Berg an Altschulden als auch eine Grundsatzlösung
für eine sinnvolle Absicherung für Selbstständige. Bitte nachbessern,
Herr Minister!

Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

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