Südwest Presse: Kommentar zum Kinderschutz

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Geschüttelt, gegen die Wand geworfen, verprügelt,
vernachlässigt, gequält – jede Woche werden der Polizei neue Fälle
von Kindesmisshandlung bekannt. Und diese sind oft nur die Spitze
eines Eisbergs, denn die Dunkelziffer ist hoch. In extremen
Situationen führt die Gewalt zum Tod – 183 mal war dies im Jahr 2010
der Fall. In Einzelfällen sterben Kinder in Deutschland den Hungertod
oder verdursten. Von Mutter oder Vater weggesperrt, bleiben sie
hilflos sich selbst überlassen, bisweilen unter der Obhut von
Jugendämtern und unter den Augen offenbar blinder und tauber
Nachbarn. Kindesmisshandlung ist häufig mit Überforderung,
Drogenkonsum, psychischen Problemen, Stress und Armut verbunden. Die
bei solchen Verhältnissen eingeschalteten Jugendämter sind
verpflichtet, Gefahr für das Wohl der Kinder abzuwenden. Aber nicht
nur der Fall Kevin hat gezeigt, dass die Behörden mitunter nicht
minder überfordert sind. Bei durchschnittlich 120 Fällen pro
Amtsvormund kann niemand ernsthaft erwarten, dass diese ihre Aufgabe
erfüllen können. Dass die Jugendämter nun die Kontrolldichte erhöhen
müssen, ist ein erster und wichtiger Schritt für einen verbesserten
Kinderschutz. Jetzt sind die Kommunen am Zug, denn dort sind bislang
oft Personalabbau und Etatkürzungen an der Tagesordnung. Dabei ist
jedes Opfer eines zu viel. An den Schutzbedürftigsten der
Gesellschaft, den Kindern, darf nicht gespart werden.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

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