Südwest Presse: Kommentar zum Papstbesuch

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Das Verhältnis des deutschen Papstes zur politischen
Klasse seines Heimatlandes ist keine Schönwetterbeziehung. Nicht
einmal die Vorsitzende der CDU, die sich schon in ihrem Namen zu den
christlichen Grundwerten bekennt, schreckte vor einer öffentlichen
Auseinandersetzung mit Benedikt XVI. über das Geschichtsbild der
katholischen Kirche zurück – eine unerhörte Begebenheit selbst in den
Augen vieler Parteifreunde Angela Merkels. Es darf daher als
himmlisches Symbol gelten, dass dem Papst bei seiner Ankunft in
Berlin ein kräftiger Wind ins Gesicht blies. Auf seiner viertägigen
Deutschland-Tour wird der Gast aus Rom nämlich mit den Problemen
konfrontiert, die viele Menschen gerade in der Bundesrepublik mit den
Ansichten und Dogmen eines Religionsführers haben, der nicht gewillt
scheint, auch nur die geringsten Konzessionen an den
Modernisierungswillen an der Basis seiner Weltkirche zu machen. Im
Bundestag aber wich er seinen Kritikern geschickt aus, indem er in
die Rolle des weisen Philosophen und Staatstheoretikers schlüpfte,
der gar das hohe Lied der Ökologie sang. Freilich wird der Papst in
den nächsten Tagen nicht an den wirklich heiklen Themen seiner
Mission vorbeikommen. Vielleicht schärft dieser Besuch ja seinen
Blick für eine Realität, die man nicht ignorieren darf, sondern als
Herausforderung annehmen muss. Das betrifft die Kirchen so gut wie
die Politik.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

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