Thüringische Landeszeitung: Fass ohne Boden – Kinder müssen Generationenvertrag kündigen / Leitartikel von Norbert Block zum aktuellen Bericht des Statistischen Bundesamtes

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Als der schrittweise Einstieg in die Rente mit 67
im Bundestag beschlossen wurde, war einst der Aufschrei groß. Ich
selbst gehöre zu dem Jahrgang, bei dem diese Altersgrenze voll zum
Tragen kommt. Und doch könnte ich mir auch vorstellen, schon früher
die Beine hochzulegen und den Ruhestand zu genießen. Die heute
30-Jährigen wären vermutlich froh, wenn sie heute schon wüssten, dass
sie nur bis 67 arbeiten müssen. Denn angesichts des sogenannten
demografischen Wandels wird der Einstieg in die Rente sicher
schrittweise noch später erfolgen.

Die Prognosen, die das Statistische Bundesamt vorgelegt hat, sind
eindeutig: Heute ist jeder fünfte Bürger in Deutschland über 65, im
Jahr 2060 wird es jeder Dritte sein. Und die Menschen über 80 werden
sich bis dahin verdoppeln. Immer weniger Arbeitnehmer müssen die
Rente, die Pflege und weitere Sozialausgaben für immer mehr
Ruheständler aufbringen. Angesichts der steigenden Lebenserwartung
der Rentner wird das ein Fass ohne Boden.

Neben längeren Arbeitszeiten, geringeren Renten drohen Abstriche
bei Pflege- und Gesundheitsleistungen. Und das gilt selbst für den
Fall, dass viele Zuwanderer nach Deutschland kommen, hier arbeiten
und Geld in die Sozialkassen einzahlen. Neben Zuwanderern braucht
Deutschland wieder mehr Kinder. Es gilt die Bereitschaft zur
Elternschaft politisch zu fördern. Der Bevölkerungsrückgang wird
insgesamt aber nicht aufzuhalten zu sein. Wir brauchen daher einen
breiten Konsens in der Gesellschaft. Es gilt, die Sozialsysteme
zukunftsfähig aufzustellen.

Bis zum Jahr 2050 soll die Zahl der erwerbsfähigen Personen in
Deutschland um zehn Millionen sinken. Der Generationenvertrag, wonach
die arbeitende Bevölkerung für die Renten ihrer Elterngeneration
aufkommt, ist angesichts dieser Zahlen von den heutigen Kindern zu
kündigen.

Pressekontakt:
Thüringische Landeszeitung
Chef vom Dienst
Norbert Block
Telefon: 03643 206 420
Fax: 03643 206 422
cvd@tlz.de

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