TÜV-Verband legt Positionspapier zum Klimaschutz vor

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+++ Vertrauen in die Sicherheit klimafreundlicher
Technologien schaffen +++ Akzeptanz für den Ausbau erneuerbarer
Energien zurückgewinnen +++ Unabhängige Prüfungen für mehr
Klimaschutz stärken +++ Transparenz für Verbraucher fördern

Der TÜV-Verband fordert eine Innovationsoffensive für den
Klimaschutz, bei der Sicherheit, Vertrauen und Transparenz im
Mittelpunkt stehen. „Eine erfolgreiche Klimapolitik gelingt nur, wenn
wir die Entwicklung ressourcenschonender Technologien vorantreiben,
moderne Mobilitätskonzepte umsetzen und mehr Transparenz für einen
klimafreundlichen Konsum schaffen“, sagte Dr. Joachim Bühler,
Geschäftsführer des TÜV-Verbands (VdTÜV). „Die Bundesregierung muss
diesen Transformationsprozess mit Investitionen, finanziellen
Anreizen und einer gezielten Regulierung vorantreiben.“ Jetzt gelte
es, eine breite Mehrheit in Wirtschaft und Gesellschaft für eine
umfassende Klimawende zu gewinnen. „Innovative Technologien wie
Elektromobilität, intelligente Verkehrsnetze oder erneuerbare
Energien sind wichtige Instrumente für das Erreichen der Klimaziele“,
sagte Bühler. „Grundlegende Veränderungen gelingen aber nur, wenn wir
das Vertrauen der Menschen in die Sicherheit dieser Technologien
stärken. Akzeptanz ist ein wichtiger Schlüssel für den Klimaschutz.“
Dazu trage auch eine wirksame Kontrolle der geplanten Maßnahmen bei.
Bühler: „Der Diesel-Skandal hat gezeigt, dass die Einhaltung der
politischen Vorgaben in der Praxis überprüft werden muss.“ Zudem
wollen immer mehr Verbraucher mit ihrem Konsumverhalten einen aktiven
Beitrag zum Klimaschutz leisten. Auch hier können die
TÜV-Organisationen mit unabhängigen Prüfungen und Zertifizierungen
unterstützen. Seine Vorschläge für einen sicheren Klimaschutz hat der
TÜV-Verband in einem Positionspapier zusammengefasst.

Mobilitätswende vorantreiben

Die Zukunft der individuellen Mobilität liegt in der Kombination
verschiedener Verkehrsmittel, vom eigenen oder geliehenen Auto über
Fahrrad und E-Scooter bis zum Öffentlichen Personennahverkehr. „Der
ÖPNV muss verbessert und die Infrastruktur für Fuß- und Radverkehr
ausgebaut werden, damit der Verkehr einen Beitrag zum Klimaschutz
leisten kann“, sagte Bühler. Bei der Regulierung sollte das Prinzip
von Mobility-as-a-Service gefördert werden. „Die Menschen wollen so
schnell, bequem und sicher ans Ziel kommen wie möglich. Das eigene
Auto ist dabei nur eine unter vielen Optionen“, sagte Bühler. Die
Akzeptanz vernetzter Mobilitätskonzepte hänge aber entscheidend von
ihrer Sicherheit ab. „Intelligente Mobilitätskonzepte funktionieren
datenbasiert und verkehrsträgerübergreifend“, sagte Bühler.
„Cybersicherheit und Datenschutz werden zum Dreh- und Angelpunkt
einer zuverlässigen, nachhaltigen und sicheren Mobilität. Sie müssen
bei allen Mobilitätsdiensten von Anfang an mitgedacht werden.“ Nicht
zuletzt müsse das deutsche Personenbeförderungsgesetz reformiert
werden, um neue Services wie Ridesharing und Pooling nach dem
Sammeltaxi-Prinzip zu erleichtern und Leerfahrten von Mietwagen zu
vermeiden.

Sicherheit und Nachhaltigkeit bei Elektrofahrzeugen gewährleisten

Um die Emissionen im Verkehrsbereich deutlich zu senken, müssen
elektrisch angetriebene Fahrzeuge stärker gefördert werden als
bisher. Neben der umfassenden Verfügbarkeit von Fahrzeugmodellen und
Ladestationen spielen steuerliche Anreize eine entscheidende Rolle.
Dabei gilt auch in der Elektromobilität der Grundsatz „Safety first“.
Sicherheit und Nachhaltigkeit von Hochvoltbatterien müssen noch
stärker in den Fokus rücken. Die Sicherstellung und die Stärkung der
unabhängigen Bewertung und regelmäßigen Prüfung sind Voraussetzung
für eine umfassende Sicherheit in der gesamten Wertschöpfungskette
und im gesamten Produktlebenszyklus des Elektromobils.

Die Elektrifizierung geht mit der Digitalisierung, Vernetzung und
Automatisierung der Fahrzeuge einher. „Der Schutz vernetzter
Fahrzeuge vor Hacker-Angriffen muss von unabhängigen Stellen
überprüft werden können“, sagte Bühler. Das gelte sowohl für die
Typgenehmigung neuer Modelle als auch für den laufenden Betrieb.
Bisher haben Prüforganisationen aber keinen ausreichenden Zugang zur
Software der Fahrzeuge. Zudem müsse eine konkrete Funktions- und
Wirkungsprüfung automatisierter Fahrsysteme bei einer
Hauptuntersuchung von unabhängiger Seite erfolgen.

Emissionswerte bei Verbrennungsmotoren absenken,
Prüforganisationen stärken

Zur Reduktion von umwelt- und klimaschädlichen Abgasen bei
Fahrzeugen müssen die europäischen Vorgaben für die Grenzwerte zügig
angepasst werden. Durch effiziente und effektive Messverfahren für
die Abgasuntersuchung (AU) wird ihre Qualität und Aussagekraft
optimiert. Die Überprüfung weiterer Luftschadstoffe wie NOx, Amoniak,
Partikelanzahl etc. ist im Rahmen der AU für alle Verbrenner
notwendig. Der Diesel-Betrugsfall hat erneut gezeigt, dass
unabhängige Prüforganisationen Zugang zu allen fahrzeugspezifischen
Daten erhalten müssen, um die vorgegebenen Werte wirksam und
effizient überprüfen zu können.

Akzeptanz für erneuerbare Energien zurückgewinnen

Der Anteil der erneuerbaren Energien muss weiter steigen. Das
gelingt nur, wenn mehr Windräder, Solarparks und Biogasanlagen
errichtet sowie Energiespeicher und zusätzliche Übertragungsnetze
gebaut werden. Die Akzeptanz dafür ist vor allem in den betroffenen
Regionen auch aufgrund von Sicherheitsbedenken stark gesunken. Mit
regelmäßigen und unabhängigen Prüfungen von Windkraftanlagen kann die
Windenergie sicherer gemacht und nötiges Vertrauen zurückgewonnen
werden.

Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher schaffen

Verbraucherinnen und Verbraucher achten beim Kauf von Produkten
zunehmend auf deren Umweltverträglichkeit. „Viele Konsumenten wollen
einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, sind wegen der Fülle an
Werbebotschaften und der Siegel-Flut aber verunsichert“, sagte
Bühler. Die Anzahl freiwilliger „Labels“, die Produkte als nachhaltig
ausweisen, sei unübersichtlich und ihre Aussagekraft nicht immer
gesichert. „Ob Produkte und Dienste wirklich klimafreundlich sind,
muss von neutralen Stellen überprüft und sichtbar gemacht werden“, so
Bühler. Beispielsweise biete die freiwillige „Green Product
Zertifizierung“ eine echte Orientierungshilfe für Verbraucher, wenn
es darum geht, umweltfreundliche und energieeffiziente Produkten zu
erkennen.

Klimaschutz in Unternehmen sichtbar machen

Nicht zuletzt sollten Unternehmen gegenüber Geschäftspartnern,
Kunden und anderen Interessengruppen dokumentieren, dass sie in ihrem
gesamten wirtschaftlichen Handeln klimafreundlich agieren. Das
betrifft nicht nur energieintensive Hersteller, sondern auch
Dienstleistungs- und Handelsunternehmen. Mit Hilfe verschiedener
Prüfungen und Zertifizierungen (zum Beispiel Corporate Carbon
Footprint) haben Unternehmen die Möglichkeit, die Auswirkungen ihres
wirtschaftlichen Handelns auf das Klima transparent zu machen und
schrittweise zu reduzieren.

Das vollständige Positionspapier des TÜV-Verbands „Unabhängige
Prüfung und Klimaschutz: Auf Vertrauen und Sicherheit kommt es an“
ist abrufbar unter: www.vdtuev.de/dok_view?oid=756320

Über den TÜV-Verband: Der Verband der TÜV e.V. (VdTÜV) vertritt
die politischen und fachlichen Interessen seiner Mitglieder gegenüber
Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Der Verband setzt
sich für technische und digitale Sicherheit bei Produkten, Anlagen
und Dienstleistungen durch unabhängige Prüfungen und qualifizierte
Weiterbildung ein. Mit seinen Mitgliedern verfolgt der TÜV-Verband
das Ziel, das hohe Niveau der technischen Sicherheit in unserer
Gesellschaft zu wahren und Vertrauen für die digitale Welt zu
schaffen.

Pressekontakt:
Maurice Shahd
Pressesprecher
Verband der TÜV e.V. (VdTÜV)
Friedrichstraße 136 | 10117 Berlin
presse@vdtuev.de
www.vdtuev.de | www.twitter.com/vdtuev_news

Original-Content von: VdTÜV Verband der TÜV e.V., übermittelt durch news aktuell

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