Versetzung gefährdet – Mathe muss besser werden / Stiftung Rechnen legt Studie „Bürgerkompetenz Rechnen“ vor / Beim Umgang mit mathematischen Fragestellungen im Alltag zeigen die Deutschen Defizite (BILD)

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Beim Umgang mit mathematischen Fragestellungen im Alltag schneiden
die Deutschen nicht gut ab. Das im Mathematikunterricht Gelernte
können viele im alltäglichen Leben nicht anwenden und damit auch
nicht nutzen. Grafiken und Verbraucherinformationen werden nicht
verstanden; zu viel Text führt zu Verwirrung oder Verweigerung. Zu
vielen Deutschen mangelt es an räumlichem Vorstellungsvermögen und an
der Fähigkeit, Plausibilitäten von Ergebnissen einzuschätzen.

Das sind zentrale Ergebnisse der Studie „Bürgerkompetenz Rechnen“,
die die Stiftung Rechnen heute gemeinsam mit ihren Partnern – dem
Sozialforschungsinstitut forsa, der Universität Halle-Wittenberg und
der Universität des Saarlands sowie der Wochenzeitung Die Zeit – in
Berlin vorgestellt hat. Untersuchungsgegenstand war die
Rechenkompetenz der Deutschen im Alltag. Dazu wurden insgesamt 1.027
Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren mithilfe eines
bevölkerungsrepräsentativen Panels befragt. 30 Aufgaben mit
Alltagsbezug waren zu lösen, die überwiegend das Niveau der 8. Klasse
nicht überschreiten.

Vor allem beim Umrechnen von Maßeinheiten, beim Herauslesen von
Informationen aus Texten und Grafiken sowie beim Übersetzen von
Alltagsphänomenen in Rechenoperationen und umgekehrt tun sich die
Deutschen schwer. Mangelnde Rechenfitness der Deutschen wird an
vielen Stellen deutlich. So ist beispielsweise mehr als jeder zehnte
Deutsche nicht in der Lage, Hotelübernachtungen richtig zu buchen.
Die Hälfte der Deutschen kann nicht ausrechnen, wie sich eine
geänderte Geschwindigkeit auf eine Fahrtzeit auswirkt. Auch bei
Grundlagen der Prozentrechnung gibt es Probleme: Rund ein Drittel der
Deutschen weiß nicht, dass ein Wert, von dem man einen bestimmten
Prozentsatz abzieht und danach wieder hinzufügt, kleiner ist als der
Ausgangswert. Solches Nichtwissen kann beispielsweise im Kontext des
Aktienhandels zu deutlichen Fehleinschätzungen führen.

„Sind Menschen nicht fit im Rechnen, hat das für die Gesellschaft
wie für den Einzelnen erhebliche Nachteile“, sagt Johannes
Friedemann, geschäftsführender Vorstand der Stiftung Rechnen.
„Individuelle Lebensqualität geht verloren. Dabei ist vielen gar
nicht klar, was sie verschenken und dass sie es besser hätten, wenn
sie gut rechnen könnten. Klar ist: Gute Rechner haben mehr vom Leben.
Das müssen wir ins Bewusstsein der Menschen bringen.“

In der Studie schnitten diejenigen besser ab, die in der Schule
gut in Mathe waren, als diejenigen mit schlechteren Mathenoten. Ein
Hinweis auf die Bedeutung des Mathematikunterrichts beziehungsweise
auf die Bedeutung guten Mathematikunterrichts.

„Die Rezeptur für mehr Rechenfitness in Deutschland besteht aus
vielen Zutaten. Eine der wichtigsten Zutaten ist der
Mathematikunterricht“, so Friedemann. „Wir brauchen einen
Mathematikunterricht, der Neugierde weckt, begeistert und Menschen
für den Alltag fit macht. Ein Schwerpunkt unserer Stiftungsarbeit
liegt auf diesem Gebiet – beispielsweise über das Programm
Mathe.Forscher.“

Die ausführlichen Studienergebnisse erhalten Sie gerne auf
Anfrage.

Das Thema „Bürgerkompetenz Rechnen“ ist auch Titelthema der
heutigen Ausgabe der Zeit.

Weitere Pressemitteilungen zur Studie finden Sie unter
http://www.uni-halle.de
http://www.uni-saarland.de
http://www.zeit.de/vorabmeldungen/neu-in-der-aktuellen-zeit

Wie steht es um Ihre Mathe-Fitness? Machen Sie den Test aus
unserer Studie und finden Sie es heraus!
http://www.stiftungrechnen.de/projekte/studie

Alles zum Programm Mathe.Forscher – Entdecke Mathematik in Deiner
Welt unter http://www.matheforscher.de

Rahmendaten der Studie

Für die Studie „Bürgerkompetenz Rechnen“ wurden insgesamt 1.027
Personen mithilfe des bevölkerungsrepräsentativen Panels
forsa.Omninet befragt. Die Ergebnisse sind mit einer Fehlertoleranz
von +/-3 Prozentpunkten auf die Gesamtheit der Bevölkerung zwischen
18 und 65 Jahren in Deutschland übertragbar.

Über die Stiftung Rechnen

Die Stiftung Rechnen ist im Oktober 2009 als rechtsfähige Stiftung
des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Hamburg gegründet worden.
Gründungsstifter sind die comdirect bank AG und die Boerse Stuttgart
AG. Schirmherrin ist Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für
Bildung und Forschung. Die gemeinnützige Stiftung ist fördernd wie
auch operativ tätig. Ihr Anliegen ist die Verbesserung der
Rechenkompetenz der Menschen und die Freude am Rechnen. Daher werden
Bildung, Wissenschaft und Forschung auf den Gebieten von Rechnen und
Mathematik gefördert. Die Stiftung Rechnen versteht sich als
Plattform eines gebündelten und gemeinsamen Bildungsengagements von
Unternehmen und Organisationen. Unterstützung ist willkommen. Mehr
unter www.stiftungrechnen.de

Pressekontakt:
Sonja Friedrich
+49 (0)4106-704-1316
sonja.friedrich@stiftungrechnen.de

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