WAZ: Harte Antwort – Kommentar von Frank Preuß

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Er trat auf wie der wohlerzogene Junge aus gutem
Hause. Sprach von einer Sauerei, die auch mit dem vielen Alkohol
nicht entschuldbar sei. Ein kluger, junger Mann mit der Fähigkeit zur
Selbstkritik, denkt man da. Sieht so ein Schläger aus, der einen
Unschuldigen in einem wahren Rausch auf dem Bahnsteig beinahe
totgetreten hätte? Das haben sich im Berliner Gerichtssaal sicherlich
viele gefragt. Aber die Welt ist eben nicht so einfach. Der
18-jährige Gymnasiast, der nun zu knapp drei Jahren Haft verurteilt
worden ist, mag nicht wie der typische Kandidat wirken. Aber
Gewaltausbrüche sind nicht automatisch an das Bildungsniveau
gekoppelt. Mit der Haftverschonung bis zur Rechtmäßigkeit des Urteils
haben die Richter ihren Ermessensspielraum zwar täterfreundlich
genutzt. Aber dass sie keine Chance auf Bewährung sahen, lässt den
jungen Mann nicht so billig davonkommen. Es wäre angesichts der
Brutalität seiner Tat nicht nachvollziehbar gewesen. Auch wenn das
Jugendstrafrecht den erzieherischen Gedanken stets in den Vordergrund
stellt: Eine Gesellschaft kann solche Exzesse nicht dulden und muss
sie hart beantworten.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
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