WAZ: NRW-Verfassungsschutz-Chef wirft Scientology vor, gezielt Jugendliche zu ködern

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Die umstrittene Scientology-Sekte agiert zunehmend
verdeckt und in Internetportalen wie YouTube oder Facebook, um mit
„falschen Botschaften vor allem Jugendliche zu ködern“ – davor warnte
Burkhard Freier, Chef des Verfassungsschutzes NRW in den Zeitungen
der WAZ-Mediengruppe (Montagausgaben). „Mit perfiden Videos unter
Tarnnamen schafft es die Sekte, schnell und hürdenlos Zugang in den
häuslichen Bereich zu bekommen, oft ohne dass die Eltern etwas davon
wissen“, so Freier. Für ein Ende der Beobachtung von Scientology gebe
es keinerlei Anlass.

„Scientology ist gefährlich“, sagte Freier weiter. In früheren
Jahren habe sich die Organisation bei Kampagnen auf Infostände in
Fußgängerzonen oder Flugblätter beschränkt und es somit schwerer
gehabt, „die Menschen zu erreichen“. Seiner Behörde bereite Sorge,
dass über soziale Netzwerke mit Nebenorganisationen wie „Jugend für
Menschenrechte“ oder „Sag nein zu Drogen, sag ja zum Leben“ junge
Leute gebunden werden sollen. So „getarnt“, trete Scientology teils
auch bei Jugendfestivals auf. „Es handelt sich um eine totalitäre
Organisation, die gezielt wesentliche Grund- und Menschenrechte
missachtet“, so Freier.

In NRW steht Scientology seit 1997 im Blickfeld der
Verfassungsschützer. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat in einem
Urteil vor fünf Jahren die Beobachtung als rechtmäßig erkannt. Die
Organisation zählt bundesweit 3500 bis 4500 Mitglieder, in NRW sind
es 500 bis 600. Scientology, das 1954 in den USA von L. Ron Hubbard
gegründet wurde, ist in Deutschland nicht anerkannt als
Religionsgemeinschaft.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
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