WAZ: Quälendes Warten. Kommentar von Walter Bau

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Fast drei Jahre ist es her, dass bei der
Loveparade-Katastrophe in Duisburg 21 Menschen starben. Noch immer
ist keine Anklage erhoben, geschweige denn ein Prozess terminiert.
Für die Hinterbliebenen muss es eine quälende Zeit des Wartens sein.
Das Experten-Urteil, das nun ein britischer Gutachter vorlegt,
bestätigt, was schon vor jenem schicksalhaften 24. Juli 2010 hätte
klar sein müssen: Das Areal auf dem ehemaligen Güterbahnhof, mit
einem schmalen Tunnel als Zugang, war völlig ungeeignet für die
absehbaren Besucherströme. Die Massenveranstaltung hätte unter diesen
Umständen auf diesem Gelände nie und nimmer stattfinden dürfen. Das
Loveparade-Unglück – es war letztlich eine Katastrophe mit Ansage.
Doch die strafrechtliche Aufarbeitung gestaltet sich offenbar
schwierig. Wenn nun sogar der Anwalt des Angehörigen eines Opfers
zweifelt, ob es überhaupt jemals zur Anklage kommt, lässt das
aufmerken. Sicher, der „Fall Loveparade“ ist komplex, die Zahl der
Beteiligten und der zu vernehmenden Zeugen groß. Doch drei Jahre sind
trotzdem eine lange Zeit für Ermittlungen. Zu welchem Schluss die
Staatsanwaltschaft auch kommt – sie muss bald ihre Karten auf den
Tisch legen. Das ist sie den Opfern und ihren Angehörigen schuldig.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
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