WAZ: Schavan und Nahles kritisieren Boykott der Papstrede

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Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat
die Abgeordneten, die der Papstrede im Bundestag fernbleiben wollen,
massiv kritisiert. „Dafür habe ich kein Verständnis“, sagte Schavan
den Zeitungen der Essener WAZ-Gruppe (Mittwochausgaben). Der Papst
sei nicht nur das Oberhaupt der katholischen Kirche, „sondern auch
einer der größten Denker unserer Zeit“. SPD-Generalsekretärin Andrea
Nahles bezeichnete es als „unhöflich“, der Rede im Bundestag
fernzubleiben und mahnte gegenüber dem Papst „Respekt“ an. Nahles
erinnerte: „Wir haben auch George W. Bush und Wladimir Putin im
Bundestag angehört.“ Man müsse nicht allem zustimmen, was Benedikt
XVI. sage.

Linken-Chefin Gesine Lötzsch hingegen verteidigte die
Fernbleibenden. „Ich habe Verständnis für diejenigen, die sich die
Rede nicht anhören wollen, weil sie zum Beispiel die Sexualmoral, das
Frauenbild oder das Kondomverbot des Papstes ablehnen“, sagte Lötzsch
der WAZ-Gruppe. „Wichtig ist für mich, dass die Spitzen von Fraktion
und Partei teilnehmen“, sagte Lötzsch mit Blick auf die Tatsache,
dass die halbe Linksfraktion dem Papstbesuch im Bundestag fernbleiben
will.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
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