WAZ: Vorsicht bei Autothemen. Kommentar von Birgitta Stauber-Klein

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Die SPD ist wahrlich keine Partei, die sich mit dem
Autofahrer anlegen möchte. Erst am vergangenen Wochenende bekannte
sich Generalsekretärin Andrea Nahles als schnelle Fahrerin.
Limousinen-Liebhaber Peer Steinbrück sagte mal, er habe „keinen Bock,
auf der Holzbank zu sitzen“. Obendrein sind Automobilkonzerne mit
ihren Betriebsräten starke Verbündete. Doch nun meldet sich
Parteichef Sigmar Gabriel, der mal erklärte, er besitze gar keinen
Privatwagen mehr, mit der Forderung nach einem Tempolimit von 120
km/h zu Wort – und rennt damit dem grünen Wunsch-Koalitionspartner
hinterher: Der nämlich hat sich bereits in einigen rot-grün-geführten
Landesregierungen mit einem Tempolimit im Koalitionsvertrag
durchgesetzt. Doch was zur grünen Großstadtklientel passen mag, kann
für die SPD gefährlich werden: Wenn es um das Freiheitsgefühl des
deutschen Autofahrers geht, verstehen die Wähler keinen Spaß.
Tempolimit, Pkw-Maut, höhere Besteuerung des Benzinpreises – diese
Themen taugen nicht für den Wahlkampf. Sogar die Grünen haben damit
mal ihre Wähler vergrault. Kein Wunder, dass Gabriels Parteifreunde
ihm so schnell widersprechen. Für sie kann das Tempolimit nicht
schnell genug wieder in der Mottenkiste landen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
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