WDR ehrt vier Initiativen zum Schutz von Kindern mit Kinderrechtepreis 2012

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Vier Initiativen, die sich für die Rechte von Kindern
engagieren, zeichnet der WDR am Sonntag, dem Weltkindertag, mit
seinem Kinderrechtepreis aus. Den 1. Preis erhält ein Projekt gegen
Mädchenmorde in Indien. Der 2. Preis geht an einen Verein, der sich
intensiv um gewaltgeschädigte Kinder in Frauenhäusern kümmert. Mit
dem 3. Preis wird ein Schulbauernhof für behinderte und
nichtbehinderte Kinder geehrt. Eine besondere Anerkennung hat die
Jury ausgesprochen für ein Schülerprojekt gegen die Ausbeutung von
Kinderarbeitern bei der Kakaoernte.

Die Preisverleihung findet Sonntag um 11 Uhr im WDR-Funkhaus am
Walraffplatz statt. Im Anschluss, ab etwa 13.45 Uhr, werden die
Preisträger beim Weltkindertagsfest auf der WDR-Bühne (am Rheinufer
unterhalb der Philharmonie) ein weiteres Mal geehrt und einer
größeren Öffentlichkeit vorgestellt.

Schirmherr des „WDR Preises für die Rechte des Kindes 2012“ ist
der Kölner Musiker Wolfgang Niedecken. Neben ihm gehörten der
WDR-Hörfunkdirektor Wolfgang Schmitz und mehrere Fachleute von
Kinderorganisationen zur Jury. Beteiligt war außerdem eine
gleichberechtigte Kinderjury aus kompetenten Kindern zwischen neun
und zwölf Jahren.

Die Preisträger:

1. Preis

Der 1. Preis (3000 Euro) geht an die Andheri-Hilfe in Bonn für das
Projekt „Kein Mädchen ist unerwünscht“, das sich vielfältig und
nachhaltig gegen Mädchenmorde in Indien einsetzt. Dort werden
Tausende Mädchen gezielt abgetrieben oder als Babys ermordet, weil
sie als Kostenfaktor gelten, während Jungen den Unterhalt der Familie
sichern. Mit konkreten Aktionen rettet Andheri die neugeborenen
Mädchen und durch gleichzeitige Förderung der Frauenerwerbstätigkeit
gelingt es, langfristig die Einstellungen gegenüber Frauen zu
verändern. Die Jury hob hervor, dass das Recht auf Leben das
grundlegendste Kinderrecht ist und diese Initiative den Blick auf die
nach wie vor große Benachteiligung von Mädchen weltweit legt. Weiter
lobte sie den strukturellen Ansatz und den langen Atem des Projekts.

2. Preis

Mit dem 2. Preis (1500 Euro) wird der Verein Kinderhaus von
„Frauen helfen Frauen“ in Köln ausgezeichnet, der sich gezielt um
Kinder kümmert, die mit ihren Müttern vor häuslicher Gewalt ins
Frauenhaus geflohen sind. Diese Kinder haben selbst extreme
Erfahrungen gemacht und leiden oft unter Ängsten. Im abgeschirmten
Frauenhaus sind sie zwar geschützt vor Gewalt, aber müssen mit der
Trennung von ihrem normalen Alltag fertig werden. Der Verein
Kinderhaus sieht die Kinder nicht als „Betreuungsproblem“ im
Frauenhaus, sondern als Menschen mit eigenem Hilfebedarf. Die Jury
lobte, dass durch die verschiedenen Unterstützungsangebote die Kinder
ihre schweren Erlebnisse verarbeiten, neues Selbstbewusstsein
aufbauen und Zukunftsperspektiven entwickeln können. Das Kinderrecht
auf Schutz vor Gewalt und auf Entwicklung werde hier besonders gut
umgesetzt.

3. Preis

Den 3. Preis (1000 Euro) erhält die Naturwerkstatt NaBeBA in
Waltrop. Hier wird auf einem besonders barrierefrei und vielfältig
gestalteten Schulbauernhof die Möglichkeit geschaffen, dass alle
Kinder gemeinsam Naturerfahrungen sammeln, ganz gleich, ob behindert
oder nicht behindert, und unabhängig von den familiären
Möglichkeiten. Die Jury hob hervor, dass hier gegenseitige
Anerkennung und Respekt vor der Natur vermittelt und die Rechte auf
Bildung, gesunde Umwelt, gute Ernährung und auf die Inklusion von
Menschen mit und ohne Behinderung umgesetzt werden.

Besondere Anerkennung

Eine besondere Anerkennung sprach die Jury aus für die Initiative
Schokofair an der Montessori-Hauptschule Hermannplatz in Düsseldorf.
Hier haben Schüler aus eigenem Antrieb umfangreiche Aktionen
gestartet, um auf die unmenschliche Ausbeutung von Kinderarbeitern
bei der Kakaoernte aufmerksam zu machen. Die Jury betonte, dass sich
hier Schüler freiwillig für ein wichtiges kinderpolitisches Anliegen
engagieren. Die Kinderjury fand es besonders wichtig, öffentlichen
Druck aufzubauen, damit “ es den Schokoherstellern nicht länger
piepegal ist, ob Kinder durch ihr Profitstreben kaputt gehen“.

Der „WDR-Preis für die Rechte des Kindes“ wird seit 1996 alle zwei
Jahre vergeben und ist mit insgesamt 5500 Euro dotiert. Er zeichnet
Projekte in Nordrhein-Westfalen aus, die sich vorbildlich für die
Umsetzung der UN-Kinderrechtekonvention einsetzen.

Fotos unter www.ard-foto.de

Pressekontakt:
Uwe-Jens Lindner
WDR Presse und Information
Telefon 0221 220 7123
uwe-jens.lindner@wdr.de

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