Welche neuen Bildungschancen muss die Bundesregierung schaffen? (FOTO)

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DIW-Präsident Fratzscher fordert zielgerichtete Hilfe durch den
Staat für Kinder aus benachteiligten Familien. Ex-Bahnchef Grube
fordert massive Investitionen in Bildung.

Welche neuen Bildungschancen die neue Bundesregierung schaffen
muss, diskutierten Rüdiger Grube, ehemaliger Vorstandsvorsitzender
der Deutschen Bahn AG und Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen
Instituts für Wirtschaftsforschung mit Vertreterinnen und Vertretern
von –DEUTSCHLAND RUNDET AUF– und –Netzwerk Chancen–. Über 100
engagierte Praktikerinnen und Praktiker, Bildungsexpertinnen und
-experten sowie Engagierte und Ehrenamtliche beteiligten sich an der
Diskussion. –Deutschland rundet auf– und –Netzwerk Chancen– bündeln
die resultierenden Forderungen an die neue Bundesregierung.

„Wir müssen so viel wie möglich in Bildung investieren“, sagte
Rüdiger Grube. „Wir leben vom Export – das können wir besser als
andere. Und wir sind dafür auf Innovationen als Ergebnis
hervorragender Bildung angewiesen.“ Vom Bildungsföderalismus halte er
überhaupt nichts. Hier sei es endlich Zeit zu handeln.

„Verantwortlich für den sozialen Aufstieg ist vor allem ein
Faktor: die Familie. Daher muss der Staat zielgerichtet vor allem den
Kindern und Jugendlichen helfen, die von Zuhause keine Hilfe erwarten
können“, sagte Marcel Fratzscher. Der DIW-Präsident schätzt, dass
trotz vollmundiger Versprechen aller Parteien im Wahlkampf in einer
möglichen Jamaika-Koalition wenig Reformen im Bereich Bildung
angestoßen werden. Dringende Reformen, um neue Bildungschancen zu
schaffen, seien: der massive Ausbau der frühkindlichen Bildung, die
Förderung des lebenslangen Lernens über den ersten Berufsabschluss
hinaus sowie die Förderung von Frauen in der Wirtschaft.

Jährlich verlassen dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung
zufolge 50.000 Jugendliche in Deutschland die Schule ohne Abschluss.
Bei gleicher Begabung und gleicher Leistung haben Kinder von
Professorinnen und Professoren nach Studien der Technischen
Universität Dortmund (Trends in International Mathematics and Science
Study – TIMSS) eine 2,5 Mal höhere Chance auf eine
Gymnasialempfehlung als Kinder von Facharbeiterinnen und
Facharbeitern.

–DEUTSCHLAND RUNDET AUF– und –Netzwerk Chancen– stellen folgende
Forderungen an die neue Bundesregierung, um neue Bildungschancen zu
schaffen:

1. Die Sanierung von staatlichen Kitas und Schulen zügig
voranzutreiben, um die Grundpfeiler für die Bildungsvermittlung zu
schaffen.

2. Bildungsinvestitionen in zusätzliche Lehrkräfte, zusätzliches
pädagogisches Personal sowie Talentscouts an Schulen zu tätigen.

3. Auf eine deutliche Erhöhung von Gehältern für Erzieherinnen und
Erzieher hinzuwirken.

4. Den länderübergreifenden Austausch von Projektergebnissen zu
fördern, zum Beispiel durch regelmäßige Arbeitsgruppen, an denen sich
neben Vertreterinnen und Vertretern aus der Praxis auch
Verantwortliche der Bundesregierung für Bildung, Arbeit und Soziales,
Kinder, Jugend und Familie verpflichtend beteiligen.

Grundlegend für Reformen im Bildungsbereich ist es, das
Kooperationsverbot zwischen Ländern und Bund aufzuheben, um
Bildungsinvestitionen seitens des Bundes in strukturschwache Kommunen
zu ermöglichen. „Ob ein Kind in München oder in Bremen geboren wird,
darf nicht länger über seine Bildungschancen entscheiden“, sagt Nina
Jäcker, Geschäftsführerin von –Deutschland rundet auf–.

Deutschland rundet auf ist die größte Spendenbewegung nach
Einzelspenden, die jedem die Möglichkeit bietet, Kinderarmut in
Deutschland durch Kleinstspenden wirksam und nachhaltig zu bekämpfen.
Durch die große Summe sehr vieler Kleinstspenden werden besonders
wirksame gemeinnützige Projekte in Deutschland gefördert, die sich
zum Ziel gesetzt haben, dass alle Kinder faire Bildungschancen
erhalten.

Netzwerk Chancen ist eine gemeinnützige und überparteiliche
Dialog-Plattform, die Vertreterinnen und Vertreter aus
Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung, Wissenschaft und aus dem
Bildungssektor selbst zusammenbringt, um gemeinsam nachhaltige
Lösungen für gleiche Bildungs- und Aufstiegschancen zu entwickeln.

Pressekontakt:
Tina Beck , Telefon: 030-789-500-39-32,
tina.beck@deutschland-rundet-auf.de
www.deutschland-rundet-auf.de

Original-Content von: DEUTSCHLAND RUNDET AUF, übermittelt durch news aktuell

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