Weltumwelttag (05.06): Klimawandel bedroht 175 Millionen Kinder / „Eine Frage von Leben und Tod“ (FOTO)

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Dürren, Stürme, Waldbrände, Missernten, Hungersnöte und
Fluchtbewegungen – die Folgen des Klimawandels treffen Kinder weitaus
härter als Erwachsene. Darauf weist die Hilfsorganisation
SOS-Kinderdörfer anlässlich des Weltumwelttags (05.06) hin. Nach
Schätzungen der Organisation tragen Kinder unter fünf Jahren fast 90
Prozent der Last der Klimakatastrophe. Wenn nicht schnell gehandelt
würde, werde die Zahl der minderjährigen Opfer der Klimakatastrophe
auf jährlich 175 Millionen steigen.

Wo der Klimawandel die schlimmsten Folgen für Kinder hat

Lateinamerika:

„Der Klimawandel trägt dazu bei, dass Wetterextreme und
wetterbedingte Naturkatastrophen in Ländern wie Peru, Bolivien,
Kolumbien oder Haiti zunehmen, immer mehr Menschen ihre
Lebensgrundlagen verlieren und zu Flucht und Migration getrieben
werden“, sagt SOS-Sprecherin Madeleine Cruz. Peru zum Beispiel habe
in den letzten Jahren eine Zunahme in der Stärke und auch der
Häufigkeit von Niederschlägen erlebt, die zu dramatischen
Überschwemmungen und Erdrutschen geführt hätten. „Die aus den
Überflutungen, aber auch aus den abschmelzenden tropischen Gletscher
resultierende Trinkwasserknappheit hat viele Familien dazu gezwungen,
ihre Heimat zu verlassen“, sagt Cruz. Ein Drittel der Landbevölkerung
habe keinen Zugang zu sauberem Wasser.

Ostafrika:

In Ostafrika schlägt Osman Shukri, Programmleiter der
SOS-Kinderdörfer für Somalia, Alarm: „Wir sind über die
Verletzlichkeit jener Millionen Menschen in dieser Region besorgt,
die schon jetzt nichts zu essen haben.“ Sie träfe der Klimawandel am
härtesten. „Und wenn es nicht gelingt, die Erderwärmung zu stoppen,
wird es hier zu noch extremeren Temperaturen, Dürren kommen – und
damit zu einer noch massiveren Beeinträchtigung der
Nahrungsmittelproduktion, zu Hungerkatastrophen und zur Ausbreitung
von Krankheiten wie Malaria, Cholera oder Atemwegsinfektionen. Für
Kinder sind das lebensbedrohliche Gefahren“, sagt Shukri. Nach
Angaben der SOS-Kinderdörfer haben schon heute in Ostafrika 4,5
Millionen Menschen nicht genug zu essen, 1,7 Millionen haben aufgrund
von Dürre ihr Zuhause verlassen und sind auf humanitäre Hilfe
angewiesen, 1.2 Millionen Kinder sind unterernährt.

Bangladesch:

„Es vergeht kein Jahr, indem wir nicht von einer klimabedingten
Katastrophe heimgesucht werden“, sagt Nusrat Jahan Nusrat, Sprecherin
der SOS-Kinderdörfer in Bangladesch. 19 Millionen Kinder seien vor
allem durch Stürme, Dürren, steigenden Meeresspiegel und
Grundwasserversalzung bedroht. Bereits jetzt gebe es in dem
südasiatischen Land 6 Millionen Klimaflüchtlinge, bis zum Jahr 2050
könnten es mehr als doppelt so viele sein. Kinder auf der Flucht
seien oftmals Gewalt ausgesetzt, hätten keine Chance auf Bildung,
litten psychisch. Existentielle Not führe auch zu einem Anstieg von
Kinderarbeit und Kinderehen. „Für Kinder aus Bangladesch ist der
Klimawandel schon längst eine Frage von Leben und Tod“, sagt Nusrat.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Boris Breyer
Stellvertretender Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-287
E-Mail: boris.breyer@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de

Original-Content von: SOS-Kinderdörfer weltweit, übermittelt durch news aktuell

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