Weser-Kurier: Kommentar von Stefan Lakeband zum Einsatz von Antibiotika

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Danach sehnt sich die Menschheit schon lange:
Einfach eine Pille nehmen und alle Schmerzen, Krankheiten und
Wehwehchen dieser Welt sind vergessen. Antibiotika können zwar nicht
alles heilen, werden aber dennoch von vielen als dieses Wundermittel
angesehen. Das ist leider falsch. Nicht umsonst geht ein alter
Medizinerspruch so: Mit Arzt dauert eine Erkältung sieben Tage, ohne
Arzt eine Woche. Trotzdem sind viele Patienten darauf gepolt, nach
einem Antibiotikum zu fragen – selbst wenn es sich nur um eine
Erkältung oder einen kleinen Infekt handelt. Natürlich möchte man
wieder schnell gesund werden, aber in solchen Fällen sind Antibiotika
so verhältnismäßig wie Kanonen bei der Spatzenjagd. Sie zerstören
mehr, als dass sie heilen. Denn wie vieles im Leben hat der
kurzfristige Erfolg des Medikaments langfristige Folgen:
Multiresistente Keime hören sich wie eine Bedrohung aus
Science-Fiction-Filmen an, sind aber längst Realität, wie die Bremer
schon leidvoll feststellen mussten. Ähnlich wie der Mensch stellen
sich auch Bakterien auf ihre Umwelt ein. Das ist fatal und bedroht
Menschenleben – besonders wenn diese Erreger in Krankenhäuser
gelangen, wo die Menschen sowieso schon geschwächt sind. So kann aus
einem Wundermittel schnell eine bittere Pille werden.

Pressekontakt:
Weser-Kurier
Produzierender Chefredakteur
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