Westdeutsche Zeitung: Exklusiv: Stamp-Ministerium zieht ins RWI4

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Das bisherige Hauptgebäude an der Haroldstraße
wird saniert. Der Umbau wird Jahre in Anspruch nehmen.

Von Ekkehard Rüger

Düsseldorf. Das NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge
und Integration (MKFFI) von Minister Joachim Stamp (FDP) wird sein
Verwaltungsgebäude in der Düsseldorfer Haroldstraße für mehrere Jahre
verlassen. Das bestätigte ein Ministeriumssprecher dieser Zeitung.
Die Mitarbeiter werden in der Zeit im Bürogebäude RWI4 an der
Völklinger Straße untergebracht. Der Umzug wird notwendig, weil das
bisherige Ministeriumsgebäude von Grund auf saniert wird.

Die 350 Mitarbeiter erfuhren via Intranet am Mittwoch von dem
bevorstehenden Gebäudewechsel. Betroffen sind auch Teile des
Wirtschaftsministeriums, das derzeit rund 180 Mitarbeiter im MKFFI
untergebracht hat, und des Kultur- und Wissenschaftsministeriums, das
dort mit insgesamt rund 50 Mitarbeitern und unter anderem der
Landeszentrale für politische Bildung vertreten ist. Das
Wirtschaftsministerium prüft aber derzeit noch, welche der
ausgelagerten Abteilungen auch in das eigene Hauptgebäude im
einstigen Mannesmann-Hochhaus am Rheinufer geholt werden können.

Das Land wird Hauptmieter

in dem Bürokomplex in Unterbilk

In den RWI4-Zwillingstürmen in Unterbilk wird das Land als
Hauptmieter einziehen. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB)
hat dafür gut 15 000 Quadratmeter Bürofläche angemietet, das ist etwa
ein Drittel der gesamten Nutzfläche in den ehemaligen
Siemens-Gebäuden. Mit ausschlaggebend für die Entscheidung war die
Nähe zum Landtag. “Die Kriterien zur Auswahl einer
Ersatzunterbringung waren, dass das Gebäude groß genug sein muss, um
alle Bediensteten unterzubringen, es soll im Regierungsviertel und
damit gut erreichbar liegen und es muss zu vertretbaren Mietkosten
anzumieten sein”, teilte MKFFI-Sprecher Henning Severin mit. Eine
schrittweise Sanierung des Ministeriums an der Haroldstraße über
Jahre ohne einen zwischenzeitlichen Auszug sei den Mitarbeitern nicht
zuzumuten gewesen.

Nach der Sanierung wird das MKFFI wieder an die Haroldstraße
zurückkehren. Wann das sein wird, dazu machte das Ministerium keine
genauen Angaben. Die Rede war von “einigen Jahren”. Weil es in den
Etagen des RWI4 noch einige Umbauten geben muss, um den Bedürfnissen
des Landes Rechnung zu tragen, wird mit einem Umzug nicht vor dem
Sommer kommenden Jahres gerechnet.

Zunächst keine Angaben zu den Kosten für Sanierung und Miete

Offen blieb zunächst auch, welche Kosten mit Sanierung und Umzug
verbunden sind. Federführend ist der BLB, dem praktisch alle
Liegenschaften des Landes gehören. Weder wurden Zahlen zum
Sanierungsaufwand an der Haroldstraße genannt noch zu den
Mietaufwendungen für die zwischenzeitliche Unterbringung in
Unterbilk. Es handele sich aber um “die wirtschaftlichste Lösung”, so
Sprecher Severin.

Aber auch für das RWI4 ist der neue Mieter eine Erfolgsmeldung.
Noch vor zwei Jahren verzeichnete die Edel-Immobilie Leerstände von
rund 20 Prozent. Ein Jahr später verkaufte die Assetando Real Estate
GmbH den Gebäudekomplex an die Berliner Immobilienfirma Intown.
Insider staunten über die sehr rasche Abwicklung des Verkaufs, bei
dem knapp 130 Millionen Euro geflossen sein sollen.

Die beiden Silbertürme mit ihren 14 Etagen zählen zu den höchsten
Gebäuden Düsseldorfs. Entworfen wurden sie einst vom renommierten
Düsseldorfer Architekturbüro HPP. Laut der Internetseite von RWI4
verfügt der Gebäudekomplex gleich über drei Kindertagesstätten, ein
Café und ein Restaurant.

Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
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