Westdeutsche Zeitung: Parteitag der Piraten-Partei – Willkommen im System Ein Kommentar von Hagen Strauß

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Die gute Nachricht zuerst: Die Piraten sind
reifer geworden. Ihr Parteitag in der bayrischen Provinz ist nicht
ganz so chaotisch verlaufen wie gedacht. Und mit ihrem
detailverliebten Wahlprogramm haben sie zumindest ihr inhaltliches
Vakuum geschlossen.

Die schlechte Nachricht ist: Genau diese Reife könnte in den
kommenden Monaten zum Problem werden. Die Stärke der Piraten lag
immer auch in der Abgrenzung zu den etablierten Parteien. Sie ist nun
endgültig Geschichte. Denn mit den Beschlüssen ihres Parteitages
haben sich die Freibeuter der Konkurrenz gefährlich angenähert. Galt
einst als Markenkern, niemanden dazu zu zwingen, sich festzulegen,
stehen die Piraten jetzt (wie andere auch) für ein bedingungsloses
Grundeinkommen, für Volksentscheide und Mindestlohn. Die
konventionslose Internet-Mitmach-Partei ist im Parteiensystem
angekommen.

Hinzu kommen Flügelkämpfe, Querelen und Skandale, an der
streitsüchtigen innerparteilichen Stimmung wird auch die neue
Geschäftsführerin zu knapsen haben. Von Geschlossenheit sind die
Piraten weit entfernt. Wer wählt aber eine Partei, die sich auf
offener Bühne regelmäßig selbst zerfleischt? Wohl nur jene, denen
alles egal ist.

Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
redaktion.nachrichten@wz.de
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