Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Kriminalität

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Wenn die amtlich registrierte Kriminalität
statistisch erfasst und auf dieser Basis politisch oder sonst wie
interpretiert wird, dann fühlen sich viele Bewohner von Großstädten
wie in einer anderen Welt. Apropos »fühlen«. Sobald von »gefühlter«
Kriminalität die Rede ist, muss man aufpassen. Denn mit dieser
Formulierung sollen Menschen, die berechtigte Sorge davor haben,
Opfer von Verbrechen zu werden, als Personen mit gestörter
Wahrnehmung denunziert werden. Die Statistik ist nicht mehr als eine
Beruhigungspille, solange sie unsauber geführt wird: So tauchen zum
Beispiel Kriminelle mit doppelter Staatsangehörigkeit und
nicht-deutscher Herkunft als »Deutsche« auf; und Messerangriffe, ein
neues Phänomen, werden noch nicht separat als solche ausgewiesen.
Immerhin wird die Schule als Ort steigender Kriminalität
problematisiert. Alles andere wäre angesichts der bekannt gewordenen
Fälle auch Realitätsverweigerung und Verschleierung. Wer annehmen
muss, dass es wahrscheinlicher geworden ist, im öffentlichen Raum von
Messermännern angegriffen zu werden, der ist kein gefühliger Spinner.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

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