Westfalenpost: Koalitionsausschuss

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Schön, dass die SPD glaubt, Grund zum Feiern zu
haben. Nur blöd, dass die nächste große Festivität in Berlin
terminlich ausgerechnet mit dem Koalitionsausschuss kollidiert.
Natürlich müsste Martin Schulz, 100-Prozent-Vorsitzender und neue
Lichtgestalt der deutschen Sozialdemokraten, daran teilnehmen. Es
geht bei dem Treffen schließlich um wichtige Weichenstellungen. Er
will aber nicht. Weil er feiern möchte? Nein, wohl eher, weil er
nicht bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Schulz will sich
(noch) nicht auf das glatte Parkett des politischen Alltagsgeschäfts
begeben. Denn wenn er dort mit Merkel, Kauder und Co. in trauter
Runde sitzen würde, könnten die Wähler ja denken, er gehöre zum
politischen Establishment der Hauptstadt. Und er müsste Stellung
beziehen zu Fragen, zu denen er bisher geschwiegen hat. Das alles
könnte den Schulz-Hype beschädigen. Also kommt er nicht. Dass die
Union die Absage jedoch zum Skandal aufpustet, offenbart, in welchem
Dilemma sie steckt. CDU und CSU kriegen Schulz nicht zu fassen. Weil
sich der Mann aus Würselen bisher inhaltlich zurückhaltend bis gar
nicht äußert, bietet er keine Angriffsflächen. Er lebt von seiner
Ausstrahlung. Wer in der CDU behauptet, die Union müsse jetzt noch
lange nicht in den Bundestagswahlkampf einsteigen, der begeht
allerdings einen folgenschweren Fehler. Denn der Wahlkampf hat längst
begonnen. Wenn Hannelore Kraft bis zum 14. Mai keinen gravierenden
Fehler mehr macht, bleibt sie in NRW Ministerpräsidentin. Zu
verdanken hätte sie das nicht unbedingt ihrer eigenen Politik –
sondern Martin Schulz.

Pressekontakt:
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