Westfalenpost: Standortfaktor Schulleitung Von Nina Grunsky

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Na und? Haben die übrigen Lehrer halt ein bisschen
mehr zu tun, mögen sich deren notorische Kritiker denken. Es geht
aber um mehr als einen vakanten Posten. Es geht um mehr als die
zusätzliche Arbeitsbelastungen für das Lehrer-Kollegium, weil der
Chef fehlt.

Ein guter Chef, eine gute Leiterin – das ist heutzutage ein
Standortfaktor. Nicht nur für eine Schule, sondern im ländlichen Raum
vielleicht sogar für einen ganzen Ort. Denn ob eine Schule begehrt
bei Familien ist, hängt von ihrem Motor ab. Davon zum Beispiel, ob es
dem Rektor gelingt, ein gutes Ganztagsangebot aufzubauen. Ob ihre
Kinder auch am Nachmittag gut betreut werden, ist für viele Eltern
längst ein wichtiges Kriterium bei der Schulwahl.

Ebenso vielleicht, ob die Leiterin im Ruf steht, die Inklusion
reibungslos zu organisieren. Und ob es gelingt, ausreichend
Sponsorengelder zu akquirieren, ohne die Schule heutzutage nicht mehr
funktioniert. Wo ein solches Management aber länger fehlt, wird eine
Schule, ein Ort unattraktiv. Die Folgen des Schulleitermangels also
treffen den ländlichen Raum besonders hart.

Zumal in begehrten Großstädten wie Düsseldorf, Köln und Münster
die geringe Honorierung noch zu verschmerzen ist, weil sich hier
allein aufgrund der Lage genügend Kandidaten finden. Aufs Land
allerdings lässt sich mit den niedrigen Zuschlägen kaum jemand
locken. Dafür wollen viele die hohe Verantwortung nicht übernehmen –
und lassen sich die wunderbare Gelegenheit entgehen, die Zukunft der
Kinder zu gestalten.

Es braucht daher kreative Ideen, Schulleitung auf dem Land wieder
attraktiver zu machen, Wertschätzung der Arbeit hier zu zeigen. Mehr
Entlastungsstunden sind nur ein Beispiel.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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