Zwischenbericht des Sustainable Finance-Beirats: Deutsche Kreditwirtschaft fordert praxistaugliches europäisches Regelwerk ohne nationales Goldplating

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Der von der Bundesregierung einberufene Sustainable
Finance-Beirat hat heute einen Zwischenbericht vorgelegt, der
Handlungsempfehlungen für die Strategie der Bundesregierung im Bereich
nachhaltiger Finanzen aufzeigt. “Insbesondere mit Blick auf die deutsche
EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 kommt der Bundesregierung im
europäischen Kontext eine führende Rolle bei der weiteren Gestaltung eines
nachhaltigen Wirtschafts- und Finanzsystems zu. Die Deutsche Kreditwirtschaft
steht bereit, die großen Herausforderungen der Transformation aktiv
mitzugestalten”, so Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen
Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), diesjähriger Federführer der Deutschen
Kreditwirtschaft. Richtigerweise sieht der Sustainable Finance-Beirat die
Bundesregierung in der zentralen Rolle des Rahmengebers und spricht sich hier
für ressortübergreifend kohärente Entscheidungen innerhalb der Bundesregierung
aus.

Als wesentliche Handlungsansätze empfiehlt der Beirat eine lenkungswirksame
Gestaltung des CO2-Preises, die Schaffung von Rahmenbedingungen zur Erhöhung
geeigneter realwirtschaftlicher Investitionen sowie die Mitgestaltung des
europäischen Green Deals und des EU-Aktionsplans, insbesondere der Taxonomie als
Basis zur Definition, was unter nachhaltig zu verstehen ist. Entscheidend dabei
ist aus Sicht der Deutschen Kreditwirtschaft, dass diese Klassifizierung klar,
schlank und einfach in der Praxis anwendbar auszugestalten ist.

“Als Anbieter nachhaltiger Finanzprodukte müssen wir uns auf einen europaweiten
Regelungsrahmen verlassen können. Daher halten wir die Forderung des Sustainable
Finance-Beirats für kontraproduktiv, ergänzend zum europäischen Regelwerk
zusätzlich nationale Regelungen zu schaffen”, so Kolak weiter. Damit werde genau
das Gegenteil erreicht: Der Finanzmarkt Deutschland würde durch schärfere Regeln
im Vergleich zu Anbietern in anderen europäischen Mitgliedsstaaten im Wettbewerb
belastet statt gestärkt. Vielmehr sollte sich die Bundesregierung in den
europäischen Regulierungsprozess aktiv einbringen und sich für ein
praxistaugliches Regelwerk einsetzen.

Die Sustainable Finance-Strategie für die Bundesregierung könne somit nur
aufgehen, wenn sie im Einklang mit dem europäischen Regelwerk steht. Das vom
Beirat geforderte Angebot nachhaltiger Finanzprodukte in allen Produktkategorien
sollte dem Markt überlassen werden. Die Regulatoren sollten auch beim Thema
Nachhaltigkeit neue Regelungen auf den Kosten-Nutzen-Aspekt und den echten
Mehrwert für Verbraucher selbstkritisch abklopfen.

Pressekontakt:

Für die Deutsche Kreditwirtschaft
Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e. V.
Melanie Schmergal
Abteilungsleiterin Kommunikation und
Öffentlichkeitsarbeit / Pressesprecherin
Schellingstraße 4
10785 Berlin
Tel. 030 / 2021-1300
Fax: 030 / 2021-1905
E-Mail: presse@bvr.de
www.die-dk.de

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/113844/4538324
OTS: Die Deutsche Kreditwirtschaft

Original-Content von: Die Deutsche Kreditwirtschaft, übermittelt durch news aktuell

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