Aktualisierung Sendezeit: „(Alb-)Traumjob Pilot“ von Radio Bremen in der ARD-Reihe „Die Story im Ersten“ am Montag, 15. Mai, um 23:00 Uhr im Ersten

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Arbeitsbelastung über die gesetzlichen Grenzen
hinaus und prekäre Arbeitsverhältnisse, Vernachlässigung der
Sicherheit aus Angst vor Jobverlust – der Radio Bremen-Film
„(Alb-)Traumjob Pilot“ von Frido Essen in der in der ARD-Reihe „Die
Story im Ersten“ zeigt erschreckende Beispiele aus dem Arbeitsalltag
von Piloten, denen die Verantwortung über große Passagierflugzeuge
übertragen wird: „Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern zwei vor
zwölf“, sagt Professor Yves Jorens, der in einer Studie mehr als
6.000 europäische Piloten zu ihrer Arbeitssituation befragt und dem
EU-Parlament die Folgen dieser modernen Ausbeutung aufgezeigt hat.

Piloten, Manager und Wissenschaftler warnen eindrücklich vor dem
totalen Absturz des Berufs. Sie zeichnen ein Bild, in dem erkennbar
wird, dass der Traum vom Fliegen unter Top-Konditionen mit großem
gesellschaftlichem Renommee bei vielen Airlines längst ausgeträumt
ist. Viele Piloten befinden sich in einem Albtraum aus Schulden,
Überforderung und Angst.

Noch ist das Flugzeug das sicherste Verkehrsmittel überhaupt. Vor
allem, weil die Automatisierung im Cockpit immer weiter
fortgeschritten ist. Aber wenn es zu Flugunfällen kommt, ist
menschliches Versagen eine Hauptursache. Piloten, die die komplexen
computergesteuerten Prozesse nicht ausreichend verstehen und bei
einem Ausfall nicht mehr genügend fliegerische Kompetenz haben, eine
vermeidbare Katastrophe abzuwenden. Experten sehen auch hier
dringenden Handlungsbedarf in der Aus- und Fortbildung des
Flugpersonals.

Nach vier Jahren Verhandlungen und 14 Pilotenstreiks gab es im
März 2017 eine grundsätzliche Einigung im Tarifstreit bei der
Lufthansa. Die Flugkapitäne sollen über 11 Prozent mehr Gehalt
bekommen, bei Gehältern, die nicht selten über 200.000 Euro jährlich
liegen. Pilot – ein Traumjob, so sehen es viele junge Menschen. Für
die festangestellten Kapitäne der großen Luftfahrtgesellschaften mag
das noch gelten. Aber es gibt neben der Lufthansa allein in
Deutschland noch 127 andere kommerzielle Unternehmen, die den
etablierten mit Billigangeboten scharfe Konkurrenz machen und deren
Vergütungen und Arbeitsbedingungen weit weniger attraktiv sind. Der
Alltag vieler Piloten hat mit dem schillernden Image vom
gutverdienenden Verkehrsflugzeugführer früherer Tage nichts mehr zu
tun.

Gerade angehende Piloten müssen heute viel Geld mitbringen, um
sich die teure Ausbildung bis zur Lizenz überhaupt leisten zu können.
Bis zu 150.000 Euro kostet der Führerschein für Verkehrsflugzeuge.
Und danach geht die finanzielle Belastung weiter. Viele Airlines
schröpfen die Berufseinsteiger im Cockpit. Ihnen wird ein sehr
geringes Einstiegsgehalt gezahlt. Im Gegenzug müssen die Piloten an
die Airline eine Gebühr für jede Flugstunde zahlen. Diese
Praxisstunden sind notwendig, um die vollwertige Lizenz zu erhalten.
Bis zu 50.000 Euro kostet dieses „pay to fly“ genannte Vorgehen. Und
damit nicht genug. Auch das sogenannte „Type Rating“ lassen sich
mittlerweile viele Fluggesellschaften bezahlen. Beim „Type Rating“
lernt der Pilot im Simulator die Eigenschaften des Flugzeugtypen
kennen, den er anschließend fliegen soll. Bis zu 30.000 Euro stellen
die Airlines dafür in Rechnung. So ist der fliegerische Nachwuchs
schon hoch verschuldet, bevor er überhaupt voll ins Arbeitsleben
einsteigt. Sofern er überhaupt eine Stelle bekommt.

Durch die europaweite Liberalisierung der Pilotenausbildung
eröffnen immer mehr Flugschulen in Europa, die Anwärtern versprechen,
für günstigere Ausbildungskosten im Cockpit eines Passagierjets zu
landen. Darunter gibt es auch schwarze Schafe, denen es bei
schlechterer Qualität und lascheren Einstellungsverfahren nur ums
Geschäft geht. Doch die Jobaussichten sind schlecht. In Deutschland
gibt es 1.000 arbeitslose Piloten, in Europa rund 7.000. Durch dieses
Überangebot in einem aggressiven Wettbewerb befinden sich die
Pilotengehälter in einer Abwärtsspirale.

Eine Bremedia Produktion im Auftrag von Radio Bremen für Das Erste
2017.

Fotos sind unter www.ard-foto.de abrufbar.

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