Alle werden gebraucht – Der Staatssekretär im Integrationsministerium, Dr. Rudolf Kriszeleit, zur Eröffnung der Interkulturellen Woche in Offenbach

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„Was hält unsere Gesellschaft zusammen?“ Diese Frage stellte der Staatssekretär im Hessischen Integrationsministerium, Dr. Rudolf Kriszeleit, zum Auftakt der Interkulturellen Woche in Offenbach. Das Motto der diesjährigen Interkulturellen Woche ist ZUSAMMEN HALTEN – ZUKUNFT GEWINNEN.

Dr. Kriszeleit: „Gesellschaftlicher Zusammenhalt hat viel mit Zugehörigkeit zu tun. Auf der einen Seite verlangt die Aufnahmegesellschaft von den Zugewanderten Eigenanstrengungen. Auf der anderen Seite muss in der Aufnahmegesellschaft aber auch die Bereitschaft bestehen, die Zwanderer als gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft anzuerkennen. Denn nur wer sich anerkannt fühlt, fühlt sich letztlich auch zugehörig.“

„Integration ist mehr als Koexistenz, es ist kein Nebeneinander, sondern ein friedliches Miteinander, ein gemeinsames Weiterentwickeln unserer Gesellschaft, ein Weiterentwickeln hin zu einer neuen gemeinsamen Identität“, so Dr. Kriszeleit: „Dies erfordert einen Lernprozess für alle Menschen im Land, an dessen Ende das Gefühl der Zugehörigkeit und Zusammengehörigkeit stehen soll.“

93 Prozent der Menschen mit und ohne Migrationshintergrund fühlen sich in Hessen wohl

Der Staatssekretär verwies auf eine hessische Studie „Meinungsbilder ? Zur Wahrnehmung von Zuwanderung und Integration in Hessen 2011–, wonach die deutliche Mehrheit (93 Prozent) der Personen mit und ohne Migrationshintergrund sich in Hessen wohlfühlen. Die Auffassungen von Personen mit und ohne Migrationshintergrund unterschieden sich in vielen Fragen nur geringfügig. Das bedeute: Eine Gegenüberstellung von „wir Einheimischen“ einerseits und „die Zugewanderten“ andererseits erscheint überholt. Dr. Kriszeleit: „Dies macht mir deutlich: Wir befinden uns auf einem guten Weg hin zur Herausbildung einer neuen gemeinsamen Identität. Diese Identitätsbildung geschieht dabei vor allem ?vor Ort?, da, wo Zuwanderung ganz greifbar passiert und die bisherigen Realitäten sichtbar verändert. Hier können wir am besten neue Formen der Solidarität basierend auf einer gemeinsamen Identität entwickeln. Dabei spielen direkte Begegnungen und gemeinsames Handeln eine wichtige Rolle.“

Ein Ort, an dem solche Begegnungen stattfinden, sind Bildungseinrichtungen wie Kitas und Schulen. Ein besonderer Schwerpunkt der Interkulturellen Woche in diesem Jahr ist Bildung für alle (Plakatmotto: Ich will?s wissen ? Alle Kinder brauchen Bildung).

Das Plakat, das dabei bundesweit zu sehen ist, ist sehr eindringlich. Ein sechs- oder siebenjähriges Mädchen, das mit einem auffordernden Blick die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich lenkt. Es macht deutlich: Alle Kinder brauchen Bildung ? Alle werden gebraucht! Staatssekretär Dr. Kriszeleit warnte: „Wir können es uns nicht leisten, Kinder aus bildungsfernen Familien links liegen zu lassen.“

Offenbach Modellregion für Integration

Der Staatssekretär weiter: „Wir brauchen Modelle, um Integration erlebbar zu machen. Wir arbeiten als Landesregierung mit umso größerem Engagement daran. Daher haben wir 2009 die Modellregionen Integration ausgelobt, Offenbach ist eine davon! Auch in der Modellregion Offenbach fördern wir beispielsweise das Projekt KIESEL, das Schulen stärker als bisher befähigen soll, Eltern mit Migrationshintergrund in das System Schule zu integrieren.

Grundlage des Modellregionenprogramms und aller darin geförderter Projekte ist es, Fähigkeiten und Potentiale von Menschen zu erkennen und zielgerichtet zu fordern und zu fördern. Sie bieten Plattformen, um über religiöse und kulturelle Grenzen hinweg zu diskutieren, gemeinsam nach Lösungen zu ringen, Bindungen zu festigen und damit den Zusammenhalt zu stärken. Dass dies auch ein aufreibender Prozess sein kann und manchmal auch Konfrontationen ausgehalten werden müssen gehört dazu.

Denn nur über Reibungen und Auseinandersetzungen werden wir langfristig zu Herausbildung einer neuen Identität der gemeinsamen Zugehörigkeit kommen. All dies mit dem Ziel, eine friedliebende und tolerante Gesellschaft zu sichern. Dabei bin ich zuversichtlich ? das Modellregionenprogramm gibt mir allen Anlass dazu -, dass wir als Land und Kommune gemeinsam die Herausforderungen der Integration erfolgreich meistern werden“, so Dr. Rudolf Kriszeleit, Staatssekretär im Hessischen Ministerium der Justiz, für Integration und Europa.

Pressestelle: Ministerium der Justiz, für Integration und Europa
Pressesprecher: Dr. Hans Liedel
Telefon: (0611) 32 2695, Fax: (0611) 32 2691
E-Mail: pressestelle@hmdj.hessen.de

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